Anmerkung:

Jeder Fluss fließt, dass heißt, er verändert sich und seinen Wasserstand ständig.
Der Autor übernimmt daher keine Gewähr für die Gültigkeit der Angaben.                    

Kommentare und Veränderungs- bzw. Fehlermeldungen bitte senden an:
info@glamann.de
Home Link

Kanutour 1/2010 auf der Stör von Arpsdorf nach Rotensande (10 Km)

Die Stör ist einer der größten Flüsse in Schleswig-Holstein. Sie entspringt südöstlich von Neumünster und mündet als rechter Nebenfluss norwestlich von Glückstadt in die Unterenelbe.

Bei uns stand ein Pfingstausflug an bei strahlendem Wetter mit über 20 Grad Lufttemperatur. Unser neues Boot, ein 2 sitziger Kanadier vom Typ Navigator ( Firma Pelican ),  solllte ausprobiert werden. Vorweg, der Test verlief sehr positiv!

Und es gab einen neuen Flussverauf zu erkunden: nämlich die im Jahre 2009 renaturierte Stör zwischen Arpsdorf und der Einmündung der Bünzau.

Da laut Pegel in Willenscharen genügend Wasser vorhanden war, konnte die Tour ohne Probleme starten. Und so entschlossen wir uns zum Einstieg in die neue Paddelsaison für die 10 km lange Kanutour zwischen Arpsdorf und Rotensande. Da es in Willenscharen eine schöne Anlegestelle gibt, wollten wir dort eine Pause einlegen.

Während der Tour haben wir auf einem Mobiltelefon C702 von Sony Ericsson und unter Benutzung der Software TrekBuddy den GPS-Track der Kanutour (rot) und der Rückholtour mit dem Pkw (gelb) gespeichert. Siehe folgende OSM-Karte.

OSM Karte mit GPS-Track der Kanutour

Eigentlich handelt es sich bei der Tour um einen Klassiker, nur heute war alles neu und anders, da das Teilstück der Stör von Arpsdorf bis zur Einmündung der Bünzau auf einer Strecke von 6 Km im Jahr 2009 renaturiert wurde. Hier haben sich die Planer nicht mit Halbheiten zufrieden gegeben, sondern ganze Arbeit geleistet. Der vor fast 100 Jahren begradigte Fluss hat wieder Mäander bekommen und es wurden auch einige grossflächige "Töpfe" angelegt, die den Fischen als Kinderstube dienen können. Ferner wurden viele Holzstämme quer zur Fliessrichtung in der Stör installiert.

Zusammenfassend kann man sagen:  die Renaturierung ist großartig gelungen. Einen wilderen und abwechslungsreicheren Flussabschnitt findet man im ganzen Störgebiet nicht wieder.

Leider hat das dann auch einen Nachteil. Wir als geübte Paddler hatten keine Probleme beim Befahren der Strecke und waren überaus begeistert. Aber man sollte nicht als ungeübter Anfänger diese kurvenreiche Strecke befahren. Wir hoffen mal, dass die Kanuverleiher dies zu verhindern wissen. Denn unkontolliert durch die Gegend fahrende Kanus sind nicht nur eine Gefahr für die  eigene Besatzung, sondern stellen auch eine Gefahr für die anderen Kanuten dar. Wir hatten da so einige Erlebnisse auf dieser Tour, bei denen wir schon manchmal Angst hatten, "versenkt" zu werden. So ist es z.B. recht schwierig, einen Kanadier unbeschadet zu überholen, dessen "Steuermann" aus mangeldem Können nicht den Kurs halten kann.

Die Einsetzstelle in Arpsdorf ist sehr zu empfehlen. Sie liegt an einer Brücke bei Flusskilometer 14.0 und es ist genügend Parkraum vorhanden. Die Tour startet wie gewohnt mit einem Schwall unter einer Brücke.

14.0 Km    Einsetztstelle Strassenbrücke in Arpsdorf  (12:20 Uhr)

Wir starten auf einem 6 m breiten, gut fliessenden Fluss. Aber schon kurz hinter der Brücke ist alles anders. Der ehemals gerade Flusslauf ist zuende und wir folgen dem Wasser nach rechts, wo früher eine Wiese war und wo sich jetzt die Stör zu einem grossen Teich erweitert. Es fällt auf, dass man in dem renaturierten Gebiet vom Boot aus weit auf das Land schauen kann.

 Stör bei Arpsdorf
Das erste Anblick! Und schon geht es hinein in die renaturierte Stör.

Stör bei Arpsdorf
Manchmal sieht man nicht, wo die Stör weiterfließt.

Stör bei Arpsdorf
Am Ende geht es noch einmal durch 2 große "Töpfe"

Stör oberhalb des Zuflusses der Bünzau
Dann kommt der Auslaß und noch eine kleine Stromschnelle mit Steinen im Unterwasser.
Die beliebte Fußgängerbrücke an dieser Stelle gibt es nicht mehr.

 

18.0 Km    Von rechts mündet die Bünzau in die Stör  (13:20 Uhr)

In dem folgenden Abschnitt wurde die ehemals begradigte Stör vor Jahren auch schon gerinfügig renaturiert, indem kleine Staustufen durch Feldsteinschüttungen ersetzt wurden. Ab hier liegt die Stör in einem tiefen Bett und man kann vom Kanu aus nicht mehr die ganze Gegend überblicken.

20.2 Km    Straßenbrücke Willenscharen mit gut ausgebauter Ein-/Aussetzstelle   (13:50 Uhr - 14:15 Uhr)

Hier machten wir eine kurze Pause mit Picknick .... obwohl, der Straßenlärm von der Brücke stört ein wenig.

Unser neues Boot: Navigator von Pelican
Unser neues Boot: Navigator von Pelican ( Länge 4,11 m, Gewicht 27 Kg ). Der Kanadier ist sehr handlich und hat gute Fahreigenschaften. Er hat einen guten Geradeauslauf und ist trotzdem wendig.

22.0 Km    Zufluss der Brockstedter Au von links   (14:34 Uhr)

Aus der Brockstedter Au kommt auch viel Wasser in die Stör.

24.5 Km    Straßenbrücke Rotensande mit gut ausgebauter Ein-/Aussetzstelle   (14:55 Uhr)

Hier setzen wir aus nach einer schönen Kanutour. Das neue Boot hat überzeugt. Und die "neue" Stör ist ein "Highlight".