Kanufahren in Schweden 

Informationen zu Schweden 2007:

1 Kanutour  Bolmen, See     (Småland, Schweden) 19.08.07
2 Kanutour  Bolmån, Fluss  (Småland, Schweden) 27.08.07


Anmerkung:  
     Jeder Fluss fließt, dass heißt, er verändert sich und seinen Wasserstand ständig.
     Der Autor übernimmt daher keine Gewähr für die Gültigkeit der Angaben.                    

E-Mail
Kommentare und Veränderungs- bzw. Fehlermeldungen bitte senden an:
Wolfgang.Glamann@t-online.de
Wolfgang   Glamann
          Bockwischer Weg 6
D-25578   Dägeling

Startseite Home

Allgemeine Informationen zu Schweden 

    Anreise mit dem Auto (alle Preise von August 2007):
    - Fährhafen Puttgarden,
    - mit nach Rödby (Dänemark), die Überfahrt dauert 45 Minuten.
       Die Passage für einen Pkw über 6m Länge ( mit Anhänger ) inklusive der
       Fähre Helsingör - Helsingborg von Dänemark nach Schweden (Kombiticket)
       kostet 136 € für eine Richtung.
    - in Dänemark der Autobahn E47 Richtung Kopenhagen bis zum Scandlines
      Fähranleger in Helsingör folgen. Das sind etwa 200 Km. Mit Anhänger benötigten wir
      etwa 3 Stunden für die Strecke. Die Fähre fährt hier alle 20 Minuten.
 
Scandlines Fähre Helsingör-Helsingborg
     Das Bild zeigt uns in der Wartespur für Gespanne vor der Scandlines Fähre Helsingör-Helsingborg. 
 

    - In Schweden fährt man von Helsingborg auf der E4 weiter Richtung Norden.
      Nach etwa 120 Km in Ljungby abbiegen und in westliche Richtung zum
      Bolmen fahren.

Karte Südschweden
Karte von Südschweden mit Bolmen und Raslangen, Immeln und Ivö.

    Das Zielgebiet "Bolmen" in Småland
       Der Bolmen ist ein See in Småland (Süd-Schweden).
       Man fährt die E4 von Helsingborg in Richtung Stockholm.
       Nach etwa 120 Kilometern kommt man an die Stadt Ljungby.
       Hier biegt man ab und findet den Bolmen mit seinen 365 Inseln
       in westlicher Richtung.

    Informationen vor Ort in Schweden
       In nahezu jeder Stadt und auch in kleineren Gemeinden gibt es in Schweden
       ein Turistbyrå. Diese Anlaufstellen sind gut ausgeschildert und befinden sich
       typisch immer im Zentrum der Städte. Die Turistbyrå halten eine große
       Menge an kostenlosen Informationsschriften über Stadt und Land bereit.
       Betritt man  eines dieser Turistbyrås, so empfängt einem das Personal
       typisch mit einem fröhlichen Lächeln. Man kann auch individuelle Fragen 
       stellen z.B. nach Unterkünften aller Art und Kanustrecken. Oft wird Deutsch
       gesprochen, manchmal auch nur Englisch.

    Kartenmaterial und Beschreibungen
       In den Touristbyrås bekommt man eine gute Beschreibung zum Banvallsleden
       für 130 SEK und 2 Karten zum Lagaleden für je 50 SEK.
       Nur im Buchladen erhältlich sind die "Gröna Kartan" im Maßstab 1:50.000 .
       Eine Bolmenkarte ( "BOLMENS-FISKEVARDSOMRADE" ursprünglich für Angler )
       gab es an der Campingplatz Rezeption ( für etwa 400 SEK ) . 
 
    Kanuzentralen
       An fast jedem zum Kanufahren besonders geeigneten Gewässersystem gibt
       es in Schweden sogenannte Kanuzentralen. Diese werden vom Schwedischen
       Kanuverband überprüft. Sie verleihen Boote und Ausrüstung, geben aktuelle
       Informationen zur Befahrung der Gewässer und man kann dort oft auch zelten.
       In den Kanuzentralen kann man individuelle Kanutouren buchen oder auch nur
       Boote und Ausrüstung leihen. Hier einige Internet-Adressen: 
       Für den Kanuwanderweg "Lagaleden" 
       (vom See Unnen/Bolmen in Småland bis Melbystrand am Kattegat):
       Für den See Bolmen: Bolmen Marin & Fritid, Bolmens Camping in Bolmen
       Für den Fluß Bolmån: Bolmåns Kanot & Fritid in Nöttja

    Fernwanderwege (Trails, Leden)
       Im Gebiet des Bolmen gibt es viele Wanderwege und auch gute Möglichkeiten,
       Fahrradtouren zu unternehmen ( auch in der Bolmenkarte gut eingezeichnet ).
       Der Banvallsleden, ein kombinierter Wander- und Radwanderweg, benutzt die
       Bahntrassen zweier stillgelegter Schmalspurbahnstrecken.
       Mehr Informationen über den Banvallsleden finden Sie unter diesem Link.
                 Karte Banvallsleden
                                   Übersichtskarte vom Banvallsleden 


    Camping
        Wenn man sowieso Kanutouren machen oder Kanuwandern will, bietet
        es sich an zu campen. In Schweden benötigt man einen Campingausweis
        für die ganze Familie. Diese Campingkarte kostete 90 SEK für 2003.
        Eine Übernachtung kostet pro Familie zwischen 110 SEK und 150 SEK, 
        in ganz seltenen Fällen (z.B. in Stockholm) auch bis zu 200 SEK.
        Für einen Stromanschluß zahlt man um die 35 SEK pro Tag extra. 

    Ferienhaus
        Dieses Jahr stellte es sich als besonderes Glück heraus, dass wir ein Ferienhaus
        gemietet hatten. Glück deswegen, weil die Wetterbedingungen in diesem August
        nicht für Campingurlaub geeignet waren. Ferienhäuser bucht man am besten schon
        weit im Voraus, also spätestens im Frühjahr. Die Ferienhäuser in Schweden sind
        in den letzten Jahren sehr teuer geworden. Vor allem "Häuser am See" sind
        entweder ausgebucht oder nicht bezahlbar.

    Badeplätze
        Zum Baden sollte man als ortsunkundiger Tourist immer zunächst die
        ausgewiesenen  Badeplätze (Badplats) benutzen.  Diese sind überall in
        Schweden (an den Strassen) gut ausgeschildert. Hier kann man schnell mal
        ins Wasser springen und ist vor Überraschungen ( z. B. große Steine) sicher. 
        Wenn man irgendwo einen längeren Aufenthalt hat, so lohnt es sich auch, selbst
        sichere Bademöglichkeiten zu erkunden.

    Wetter
        Der Klimawandel hat natürlich auch in Schweden Einzug gehalten. Nach unseren
        persönlichen Wahrnehmungen war es in Smaland in den beiden letzten Augustwochen
        gefühlte 10 Grad kälter als bei unseren vorangegangenen Aufenthalten.
        Was soll uns das nun sagen ??
        Über Badeplätze brauchten wir uns in diesem Jahr nicht viel Gedanken zu machen.
        Es war einfach zu kalt zum Baden!  Smaland zog in diesem August jedes Regen- und
        Sturmtief magisch an, egal wo es gerade herkam. Und in der letzten Augustwoche kam
        dann auch noch vermehrt kalte Polarluft heran. Der Temperaturen Tiefpunkt wurde am
        29. August erreicht: morgens um 6:00 Uhr war unser Auto dick übergefroren. Auch
        die Rasenflächen am Haus waren weiß - Bodenfrost.

Temperaturen im August 2007
                                Temperaturverlauf im August 2007 in Torup ( Wetterstation nahe dem Bolmen)


    Highlights des Schweden-Urlaubs 2007:
        Das besondere Highlight war wetterbedingt unser Ferienhaus!
Ferienhaus in Norlid
                                                  Das gemietete Ferienhaus bei Sonne.

        Die Leckereien des Schweden-Urlaubs 2007 waren eindeutig die
        verschiedenen schwedischen Kuchen ( in Cafeterias oder aus dem Laden)
        und natürlich der geräucherte Saibling ( Röding ) von der Räucherei "Bolmen Fisk"
        in Hamneda ( Raststätte an der E4 ). 
                      
        Die beiden Städte für einen Stadtbummel und zum Einkaufen sind Ljungby am Bolmen
        und Halmstad an der Westküste (Ostsee).
Brunnen mit Statue "Europa mit dem Stier"
                   Carl Milles Brunnen auf dem Marktplatz in Halmstad: Statue "Europa mit dem Stier" von 1926

"Der Frauenkopf" von Pablo Picasso
                                             Das Wahrzeichen von Halmstad: "Der Frauenkopf" von Pablo Picasso

        Ein Abstecher ins Glasreich ( Kosta Boda ) verschönte uns einen sonst so tristen
        Regentag.

    Insekten
        Abends waren jede Menge Mücken unterwegs, was wir so noch nicht erlebt hatten.
        In den 3 Wochen mit vielen Wanderungen durch die Wildnis trat aber nur eine Zecke
        in Erscheinung.

    Warnungen
        Die Gefahren, deren man sich im letzten Urlaub noch bewusst war, geraten manchmal
        über die Winterszeit in Vergessenheit. Zu meiner eigenen Sicherheit
        liste ich hier einige Warnungen für Wassersportler und Outdoor Aktivisten auf.
        Ich lese mir die Liste dann durch, bevor ich 2008 wieder nach Schweden starte:

    Warnung Nr. 1  für Kanufahrer in Schweden: aufkommender Wind
        Der Kanufahrer muss beim Befahren von Seen immer damit rechnen,
        dass unerwartet ein Wind aufkommt und sich von jetzt auf gleich hohe
        Wellen bilden. Dabei gibt es für das plötzliche Aufkommen des Windes 
        oft keine Ankündigung ( z.B.  in Form von Wolken ).

    Warnung Nr. 2  für Kanufahrer in der Wildnis: Orientierungsprobleme
        Der Kanufahrer muss beim Befahren von größeren Seen immer damit rechnen,
        dass er die Orientierung verliert. Daher immer eine Landkarte und einen Kompass
        mitführen. Das erleichtert die Navigation schon erheblich.

    Warnung Nr. 3  für Kanufahrer in der Wildnis: Hunger, Durst und Kälte
        Der Kanufahrer sollte auch Tagestouren nie ohne ausreichende Verpflegung und
        Ersatzkleidung durchführen. Viele Kanufahrer mussten schon stundenlang auf einer
        Insel auf besseres Wetter warten.

    Warnung Nr. 4  für Kanufahrer in Schweden: steigender Wasserstand
        Der Kanufahrer muss beim Befahren von Flüssen immer damit rechnen,
        dass unerwartet der Wasserstand steigt. Dies kann erfolgen durch das
        automatische Anfahren eines Wasserkraftwerkes oder durch starke
        Regenfälle flussaufwärts. 
        
    Warnung Nr. 5  für Bootsfahrer und Schwimmer in Schweden: 
                     große Felsen kurz unter der Wasseroberfläche 
        Der Bootsfahrer muss beim Befahren von Flüssen und Seen immer damit
        rechnen,  dass unerwartet kurz unter der Wasseroberfläche ein Stein
        "lauert" und die geregelte Fortbewegung des Bootes plötzlich unterbricht.
        Auch für Schwimmer sind diese Hindernisse nur schwer zu orten.

    Warnung Nr. 6  für Outdoor Aktivisten in Schweden: Zecken
        Bewegt man sich in der Nähe der Flussufer, so muss man damit rechnen,  jeden
        Tag eine Zecke am Körper zu finden.  Verlässt man bei Wanderungen durch  
        Wald und Wiese mal den befestigten Weg, so kann man sich ohne weiteres
        schnell mal 10 Zecken in einer Stunde "einfangen".
        
    Warnung Nr. 7  für Outdoor Aktivisten in Schweden: Wespen, Bienen und Co
        Bewegt man sich in der Wildnis im hohen Gras oder im Unterholz, so muss man
        immer damit rechnen,  von Wespen angegriffen zu werden. Diese Insekten greifen
        uns an, weil wir z.B. auf den Eingang ihrer Erdhöhle getreten sind.
        Nach unseren Erfahrungen ist man besonders gefährdet beim Treideln von Booten
        im hohen Graß am Flussufer und beim Sammeln von Brennholz für das Lagerfeuer.
        Also Augen auf und mit Vorsicht durch die Natur.        


 

Kanutouren auf dem See Bolmen und dem Fluß Bolman
      (Beide Gewässer gehören zu dem Kanuwanderweg Lagaleden):

       Der Lagaleden ist ein 150 Km langer Kanutrail, der von Unnaryd durch den See
       Unnen, dann durch den See Bolmen führt. Bei Skeen verläßt der Trail den Bolmen
       und es geht auf dem Fluß Bolman weiter durch die Seen Kösen und Exen.
       Danach fließt der Bolman in den Lagan. Der Lagan mündet schließlich bei Mellbystrand
       in die Ostsee. Mehr Informationen über den Lagaleden finden Sie auf den Seiten
       von  Bolmåns Kanot & Fritid im Menu Deutsch "Kanu / Kajak".
       Im Touristbyra in Ljungby gibt es sowohl ein kostenloses Informationsfaltblatt über den
       Lagaleden als auch 2 gute Detailkartensätze ( je 50 SEK ), die für die Durchführung
       einer Kanutour auf dem Lagaleden unerlässlich sind.

       Der Bolmen ist ein großer See (Fläche 184 qKm,  35 Km lang und 12 Km breit)
       in Südschweden (Småland). Man findet sein östliches Ufer etwa 20 Km westlich
       von Ljungby (der Ort liegt an der E4). Hier biegt man ab und findet den Bolmen
       mit seinen  365 Inseln in westlicher Richtung.
       Eine beliebte Kanuwanderstrecke, der Lagaleden, geht von Unnaryd am See
       Unnen durch den See Bolmen, auf den Fluß Bolmån  und weiter bis dessen
       Mündung in den Lagan. Der Lagan kann dann weiter befahren werden bis
       Mellbystrand am Kattegatt (Gesamtstrecke 150 Km). 
       Wer seine Aktivitäten auf den See Bolmen beschränken will, kann hier die
       Tour "Bolmsö Rund" machen, das heißt, man umrundet die größte Insel
       mit Namen Bolmsö per Kanu. Oder man unternimmt einfach Tagestouren
       und erkundet die anderen 364 Inseln im See.
       Auf dem Bolmen sind große und schnelle Motor- und Segelboote unterwegs.
       Diese fahren aber hauptsächlich auf dem freien See. 

       Aufgrund der vielen Regenfälle im Sommer 2007 ist der Bolmen gut mit
       Wasser gefüllt und der Fluss Boman hat einen hohen Wasserstand und sehr
       viel Strömung. Der Fluss ist ausreichend tief.

       Wir starten unsere erste Tour in Norlid ( Süd-Ostseite des Bolmen ).
       Auf jeden Fall sollte man sich als Grundlage für die Navigation die Karte des
       Bolmen  "BOLMENS-FISKEVARDSOMRADE" kaufen. Die Karte gibt
       auch Informationen über Wanderwege und Fahrradtouren.


(1) Tour 1  "Bolmen, See  (Småland, Schweden)"        (19.08.07)

      Wir starten unsere Tour in Norlid.
Einsetzstelle am Bolmen in Norlid
                  Der Blick von der Einsetzstelle in Norlid auf den Bolmen ( an einem anderen Tag mit Sonne )
 
 
     0,0  Km    Einsetzen in Norlid an der Naturrampe für Boote und Trailer.
                       Wir starten am Mittag um 12:00 Uhr. Der Himmel ist grau und es weht ein frischer
                       Ostwind vom See her in die Bucht. Sonnenschutz ist so kein Thema.
                       Die Lufttemperatur beträgt 20 Grad, die Wassertemperatur 18 Grad.
                       Wir fahren Richtung Nordost aus der kleinen Bucht heraus.
      0,5  Km    Rechts passieren wir im Süden die Halbinsel Näset. Danach kommen wir in kräftigen
                       Gegenwind mit Wellen, die sich auf dem langen Weg über den See gebildet haben.
                       Wir fahren rechts einige Meter in den Torarpsviken hinein. So sind wir im Windschutz
                       der Halbinsel Torö und steuern nun in ruhigem Wasser die Spitze derselben an.
      1,0  Km    Wir umrunden die Spitze der Halbinsel Torö und fahren danach in gebührendem
                       Abstand zum Land in Richtung Süden. Dicht unter Land besteht immer die Gefahr,
                       auf einen Felsen im Wasser aufzulaufen. So gelangen wir in den Windschatten der
                       Insel Mjölsaholm. Diese verhindert auch, das wir die großen Wellen vom See her
                       abbekommen. Nach 100 Metern ändern wir unseren Kurs in Richtung Osten und
                       steuern jetzt die Insel Mjölsaholm an. Die Insel selbst schützt uns vor Wind und
                       Wellen.
      1,5  Km    So gegen 13:00 Uhr erreichen wir die Westseite der Insel. Das Wasser ist hier flach
                       mit einem Sandboden. Aber zahlreiche große Steine erfordern unsere ungeteilte
                       Aufmerksamkeit. Nachdem wir die Westseite von Mjölsaholm abgefahren haben,
                       legen wir etwa in der Mitte der Insel an einem schönen Sandstrand mit Felsen an.
                       Es ist auch Sand im Untergrund! Hier könnte man gut baden, wenn es wärmer wäre.
                       Leider ist das Hinterland der Anlegestelle ziemlich öde ( nur Bäume und Schatten ).
Anlegestelle im Urwald von Mjölsaholm
                                                                                       Anlegestelle im Urwald von Mjölsaholm.

                       Nach kurzer Pause fahren wir weiter.
                       Jetzt umrunden wir Mjölsaholm entgegen des Uhrzeigersinnes.
                       Als wir die Südspitze erreichen, kommen wir in schweren Wind und starke Wellen.
                       Es ist gerade noch so, dass der Kanadier es verkraften kann. Möglichst schnell
                       fahren wir auf der Luv-Seite der Insel von der Südspitze zur Nordspitze.
                       Dabei müssen wir immer auf große Felsen im Wasser achten, die bei diesem
                       Wellengang schwer auszumachen sind.
      2,3  Km    Wieder im sicheren Windschatten der Insel und geschützt vor den Wellen machen
                       wir einen neuen Plan. Da der Wind am Nachmittag am Bolmen meistens noch zunimmt
                       und wir bei Ostwind auf der Westseite des Bolmens unterwegs sind, also die großen
                       Wellen hier ankommen, beschließen wir langsam den Rückweg anzutreten.
                       Im Windschatten von Mjölsaholm und später Torö steuern wir zuerst Näset an.
      3,0  Km    Kurz bevor wir Näset erreichen, flaut der Wind etwas ab und wir steuern
                       nun quer zum Wind in Richtung Norden zum Kanufahrer-Rastplatz Jutudden.
                       Ein wenig müssen wir doch noch mit den Wellen kämpfen.
Der Rastplatz Jutudden des Kanutrails Lagaleden
                                 Der Rastplatz Jutudden am Bolmen gehört zum Kanutrail Lagaleden.

      3,8  Km    So gegen 14:15 Uhr erreichen wir den Rastplatz mit wunderschönem Sandstrand.
                       Direkt am Strand stehen Sitzplätze bereit und wir machen ein gemütliches Picnic.
                       Jetzt schaut auch noch einmal die Sonne durch die Wolken.
                       Um 15:00 Uhr starten wir den Rückweg zum Ausgangspunkt in Norlid.
                       Starker Wind links hinten und Wellen von der Seite begleiten uns in die stille Bucht.
      4,8  Km    Wir sind gegen 15:20 Uhr zurück und verladen den Kanadier wieder auf den Trailer.
                       Mit dem Kanu auf dem großen See Bolmen hat nicht wirklich Spaß gemacht, weil
                       man zu abhängig ist vom Wetter (Windstärke, Windrichtung und Wellenbildung).

Karte vom Bolmen bei Norlid
  


(2) Tour 2  "Bolmån, Fluss  (Småland, Schweden)"        (19.08.07)

      Wir starten unsere Tour in Skeen. Dort direkt hinter der Staumauer des Bolmen fließt
      der Fluß Bolman aus dem Wasserkraftwerk heraus.
      Aber bevor es hier losgeht, müssen wir noch einige Vorarbeit leisten. Ich setze meine
      Frau so gegen 12:30 Uhr mit dem Kanadier und Zubehör ( Paddel, Schwimmwesten,
      Karten, Proviant etc. ) in Skeen an der Einsetzstelle ab. Dann fahre ich mit dem Auto
      und dem Trailer  ( inklusive einem Fahrrad ) zum Zielpunkt an der Brücke
      ( Straße 25 / Bolman ) bei Östraby/ Kullsbacken. Hier lasse ich jetzt das Auto und den
      Trailer stehen und fahre mit dem Fahrrad die Straße 25 zurück nach Skeen. Das sind
      7 lange Kilometer auf freier Strecke heute gegen den starken Süd-Westwind und mit
      einigen Regenschauern als kostenlose Erfrischung.
      Da fragt man sich dann auch schon mal: "Was mache ich hier eigentlich?"
      Kurz bevor ich wieder am Rastplatz in Skeen ankomme, geht der Regen richtig los.
      Ich springe vom Fahrrad und begebe mich direkt unter eines der beiden Schutzdächer.
      Am Rastplatz ist inzwischen auch eine Schulklasse ( 14 Schüler und 2 Lehrer ) aus
      Dänemark eingetroffen. Die Dänen sind mit dem Linienbus gekommen und ein
      Kanuverleiher hat ihnen die Ausrüstung hier am Rastplatz vor Ort angeliefert.
      Jetzt warten wir alle darauf, dass der Regen aufhört, damit wir losfahren können.

      Die Dänen erzählen, dass sie heute bis Nöttja fahren wollen und dort übernachten.
      Ich frage sie, ob sie einen "Plan für die Stromschnellen vor Nöttja" haben.
      Ja, den haben sie! Der Kanuverleiher hat ihnen strikte Anweisung gegeben, hier nicht
      durchzufahren, sondern die 300 Meter zu treideln. Die letzten 200 Meter vor der Brücke
      in Nöttja dürfen sie dann wieder fahren. Wir machen sie noch auf die Problematik der
      Brücke in Nöttja aufmerksam. Vor der Brücke am linken Ufer gibt es nur eine sehr
      kleine Anlegestelle für 1 Boot zur selben Zeit und sehr starke Strömung. Also muss man
      die Kanus der Gruppe vorher "vereinzeln", bevor man hier geordnet aussetzen kann.
      Hinweis: der Bolman unter der Brücke in Nöttja sollte nicht von Anfängern gefahren
      werden, da hier eine sehr starke Strömung an dem Brückenpfeiler steht.

      Gegen 13:40 Uhr hört der Regen dann auf und wir beschließen alle zusammen, jetzt zu
      starten. Nach kurzer Absprache mit den Dänen lassen wir ihnen den Vortritt und sie
      bringen ihre 8 Aluminium Kanadier einzeln zu Wasser. Jedes Boot, welches im Wasser
      ist, fährt auch gleich ab.
      Ich bringe schon mal mein Fahrrad hoch zur Straße und schließe es an einer dicken
      Birke fest. Das Fahrrad holen wir auf der Rücktour wieder ab.

Kanurastplatz in Skeen
                               Kanurastplatz in Skeen:  die dänische Schulklasse am Start.

 
     0,0  Km    Einsetzen am Kanurastplatz in Skeen um 14:00 Uhr. Endlich geht es los!
                       Der Fluss ist hier etwa 20 Meter breit und hat gute Strömung.
                       Das Wasserkraftwerk am Bolmen produziert wohl viel Strom heute!
                       Auf beiden Seiten sind die Ufer mit Bäumen bewachsen, die weit über das Wasser
                       reichen. Wir machen gute Fahrt, aber es regnet auch sofort wieder.
                       Ab und an passieren wir einen Bauernhof. Die Gebäude liegen immer 50 bis
                       100 Meter entfernt vom Fluss.

Der Bolman in Skeen:  Kanutour mit australischem Lederhut
                   Der Bolman in Skeen: kurz nach dem Start fängt es wieder an zu regnen.
                   Die Schwimmweste und der australische Lederhut schützen vor der Nässe.


      3,0  Km    Autobrücke in Annerstad. Kurz hinter der Brücke auf der rechten Seite ist ein
                       Anleger für Kanus (Ein- und Aussetzstelle). Der Bolman fließt ruhig dahin mit guter
                       Strömung. Die Sonne lässt sich blicken und es macht richtig Spaß zu Paddeln.

Der Bolman hinter Annerstad wird immer breiter
                                              Es wird heller und der Bolman hinter Annerstad immer breiter.

                     
Kurz vor Erreichen der Mündung des Bolman in den See Kösen ist der Fluss nun wohl
                      fast 30 Meter breit. Es fängt wieder an zu regnen. So suchen wir Schutz unter einem
                      großen Uferbaum, der weit über das Wasser ragt. Man hört nur die Vögel singen und ..
                      .... die Dänen reden. Sehen können wir sie nicht, aber sie müssen sich wohl vor
                      der Mündung gesammelt haben und machen dort eine Pause. Der Regen lässt bald
                      wieder nach und wir fahren weiter. Die Stimmen der Dänen werden auch schon leiser.
                      Sie sind wohl jetzt raus auf den See gepaddelt.

     5,0  Km    Um 15:20 Uhr erreichen wir die Mündung des Bolman in den See Kösen. Die Dänen
                      sind mit ihren 8 Kanus schon mitten auf dem See. Hier auf dem Kösen weht ein frischer
                      Wind aus der Richtung Süd-West und bildet auf dem See große Wellen.
                      Genau mit diesem Wind fahren die Dänen wie mit Engelsflügeln auf die Insel Högö zu,
                      was natürlich falsch ist. Aber weder sie noch wir bemerken es jetzt in diesem Moment.
                      Macht auch richtig Spaß so mit Wind und Wellen über den See zu gleiten.
                      Aber wie wäre es mit etwas Navigation? Stimmt der Kurs wirklich?
  Mündung des Bolman in den See Kösen
                        Jetzt geht es hinaus auf den See Kösen! Aber wo müssen wir hin ?

                      Ich habe mich vorher schon damit abgefunden, das wir unsere Fahrt auf dem Kösen mit
                      seitlichem Wind fortsetzen müssen. Und jetzt kommt der Wind von Achtern? Also hier
                      stimmt was nicht! Paddel aus dem Wasser und Karte raus. Leider können wir anhand
                      der Karte auch nicht genau ausmachen, wohin wir müssen. Es sieht alles ziemlich gleich
                      aus. Welche Insel in Natur ist jetzt welche Insel auf der Karte? Ich muss zugeben, ich
                      habe den See Kösen von der Größe her unterschätzt und keinen Kompass eingepackt.
                      Jetzt hilft nur noch eines:  ich weiß, dass wir dorthin müssen, wo die Straße 25 genau
                      am See Kösen über eine Brücke führt. Also beobachte ich das Seeufer, ob ich
                      irgendwo in der Ferne Lastkraftwagen sehe. Auf meiner Radtour habe ich gesehen,
                      dass auf der 25 viele LKWs unterwegs sind. Und siehe da, genau 90 Grad rechts zu
                      unserem derzeitigen Kurs sehe ich die LKWs fahren. Wir vergleichen nun mit der Karte
                      und bringen so tatsächlich Natur und Papier zur Übereinstimmung.
                      Die Dänen sind mit Wind und Wellen in die falsche Richtung nach Högö gefahren.
                      Von dort wieder gegen den Wind und Wellen zurückzupaddeln ist für die Anfänger
                      wohl nicht machbar. Ich denke, die wurden ein Fall für den "Abschleppdienst", sprich
                      für den Kanuverleiher?
                      Wir drehen jetzt Richtung Osten und halten mit Seitenwind auf die Brücke zu, die wir
                      zwar noch nicht sehen,  aber über die immer wieder die LKWs rollen.
                      Starke Wellen zwingen uns ab und an, den Kurs zu ändern, damit wir nicht umkippen.
                      Bei zu hohen Wellen fahren wir halt ein Stück mit den Wellen direkt von achtern.
                      So steuern wir dann gerade noch südlich an den Inseln Tärnö und Surkö vorbei.
                      Um 15:40 Uhr kommen wir wieder in ruhigere Gewässer und können nun auch die
                      Brücke selbst sehen. Jetzt können wir verschnaufen und lassen wir uns etwas Zeit.

Zielpunkt: Brücke der Strasse 25 am See Kösen
                                 Rechts neben dem kleinen Haus erkennt man die Brücke der Strasse 25,  unter
                                  welcher der Bolman aus dem Kösen heraus fließt. Hier ist unser Zielpunkt.

   
     7,5  Km    Gegen 16:00 Uhr legen wir hinter der Brücke bei unserem Auto und Trailer an. Nach
                      15 Minuten ist das Kanu verladen und wir machen im Auto eine Brotzeit, weil
                      "draußen" schüttet es gerade wie aus Eimern. Da haben wir aber Glück gehabt!
                      Und wir denken darüber nach, wie es den Dänen wohl geht. 
                      Sie haben ihren Irrtum eindeutig zu spät bemerkt. Wir haben sie nicht wieder gesehen.
                      Dabei hätten sie auf ihrem Weg nach Nöttja auch die Brücke ansteuern müssen.
                      Auf dem Bolman Richtung Nöttja muß man dann noch einmal umtragen und es folgt
                      eine 3 Kilometer lange Passage, die nur zwischen 10:00 Uhr und 17:00 Uhr
                      gepaddelt werden darf. Das haben sie ja auf keinen Fall geschafft.
 

Karte des Bolman von Skeen bis Östraby


    Copyright © 2007 Wolfgang Glamann,   Email:  wolfgang.glamann@t-online.de