Anmerkung(1):
Jeder Fluss fließt, dass heißt, er verändert sich und
seinen Wasserstand ständig.
Der Autor übernimmt daher keine Gewähr für die
Gültigkeit der Angaben.
Anmerkung(2):
Es gibt in Mittelschweden 2 Inseln mit
dem Namen Ringsö. Die eine liegt im Mälaren
etwa 8 km nordöstlich von Stallaholmen, die andere ist
20 km südlich von Trosa eine
Insel im Schärengarten der Ostsee. Wir waren auf der
Insel Ringsö im Mälaren.
Danksagung(1):
An Dagmar und Norbert: sie hatten die gute Idee,
noch einmal zusammen
zum Urlaub an den Mälaren zu fahren.
Danksagung(2): 
Vi har haft en trevlig semester
på Ringsö!
Tack så mycket Charlotte och
Hasse, för service, hjälp och informationen!
Manga hälsningar!
- E-Mail
- Kommentare und Veränderungs- bzw. Fehlermeldungen bitte senden an:
Wolfgang.Glamann@t-online.de
Wolfgang Glamann
- Bockwischer Weg 6
- D-25578 Dägeling

"Unsere" Insel liegt mitten im Mälaren
westlich von
Stockholm. Von Itzehoe aus sind das
etwa
1000 Km zu fahren. Dies entspricht bei skandinavischen Geschwindigkeiten und
einer
Fahrtunterbrechung durch eine Fährpassage etwa einer Reisezeit von 16 Stunden. Daher
teilen wir die Reise in 2 Tage auf, starten schon am Freitag morgen und buchen
eine
Hotelübernachtung in Växjö vor.
Anreise mit dem Auto (alle Preise von August 2006):
- Um 8:15 Uhr starten wir Dägeling
- Fährhafen Puttgarden,
- mit
nach Rödby (Dänemark), die Überfahrt dauert 45 Minuten.
Die Passage für einen Pkw bis 6m Länge
inklusive der Brückengebühr
für die
Öresund Brücke von Dänemark nach Schweden (Kombiticket)
kostet 88 € für eine
Richtung.

Das Bild zeigt ein Schwesterschiff unserer Fähre
auf dem Rückweg von Dänemark.
- in Dänemark der Autobahn E47 Richtung Kopenhagen folgen, bis diese
nach 120 Km auf die E20 trifft, welche direkt
nach Schweden führt.
Von Rödby bis zum Tunnel vor der Öresund Brücke sind es etwa 170 Km
( 2 Std Fahrtzeit). Die Entfernung zwischen dem Dänischen und
dem
Schwedischen Festland beträgt etwa 16 Kilometer: 4 Km durch
den Tunnel,
4 Km auf einer künstlich geschaffenen Insel und 7,8 Km über die
Brücke.
Das Bild zeigt die Anfahrt zur Öresundbrücke. Wir haben
den Tunnel hinter uns gelassen und befinden uns
auf der künstlichen Insel vor
der Öresundbrücke. Links am Horizont ist schon
Schweden zu erkennen.
- in Schweden noch etwa 20 Km auf der E20 bleiben.
- dann der E22 Richtung Lund /
Kristianstad folgen.
Wir verlassen die E22 kurz hinter
Lund und folgen der Strasse 23 bis nach Växjö.
Um 17:30 Uhr erreichen wir unser Hotel für die Nacht - perfektes
Timing.

Karte von Südschweden mit Bolmen und Raslangen, Immeln und
Ivö, Asnen und den Schären vor Karlskrona.
- am Samstagmorgen starten wir in Växjö
um 9:30 Uhr.
Es geht weiter auf der Strasse 23, dann auf der 31
Richtung Norden bis Mjölby an der E4.
Auf der E4 fahren wir bis kurz hinter Nyköping und dann auf
der 223 weiter bis Mariefred.
Dann an Herresta vorbei nach Stallaholmen, wo wir gegen
15:30 Uhr
beim ICA
noch schnell unsere Lebensmittelvorräte aufstocken (Gemüse, Obst
und Fleisch für
die nächsten 2 Tage). Von hier aus rufe ich kurz bei Charlotte auf
der Insel Ringsö an,
damit Hasse das Boot startet und uns am Festland abholt.
Dann weiter zum Hafen Näsbyviken, wo wir um 16:00 bei gutem
Wetter (Sonne und Wind, 20 Grad) eintreffen.
Interaktive Karte: hier finden Sie Ringsö in Schweden.

Das ist der Schlagbaum auf dem Weg zum
Hafen Näsbyviken. Hier kommt man nur mit einem Schlüssel weiter.

Karte von Ringsö und den Häfen.

Hinter dem Schlagbaum kommt man nach
einigen hundert Metern an einen bewachten Parkplatz.

Traumhaftes Wetter erwartet uns am Hafen
Näsbyviken (dieses Foto entstand allerdings einige Tage später).
Heute ist die Überfahrt mit dem Motorboot von Hasse "bei steifer Brise" eher
etwas eingewöhnungsbedürftig.
Fotos von dieser Überfahrt existieren nicht, da der Fotoapparat wahrscheinlich
etwas nass geworden wäre.

Das ist nun der Anleger Palbryggan
auf Ringsö.
Von hier aus sind es noch einmal 250 Meter Kiesweg bis zum
Ferienhaus.
Die Überfahrt dauert etwa 10 Minuten.

Während Charlotte und Hasse unser Gepäck zum Haus transportieren, sind wir schon
mal vorgelaufen zu unserem Ferienhaus auf Ringsö.
Jetzt im Moment sind wir noch etwas
skeptisch, aber es beginnen 2 schöne Wochen
Insel-Urlaub
...... wie wir später feststellen werden!

Wenn man einen Ausflug mit dem Motorboot machen will, so muss man die Ausrüstung
mit der Schubkarre
hinunter zum Hafen schaffen. Das geht einfach, weil in dieser Richtung geht es
bergab!

Bei gutem Wetter ( glatter See ) ist man innerhalb kurzer Zeit auf dem Festland
( hier der Hafen Näsbyviken
).
Für die Strecke von rund 1,5 Km benötigt das offene Boot mit 10 PS Außenborder
etwa 10 Minuten.
Auf der Insel gibt es viel zu entdecken. Die
Besonderheiten des Insellebens müssen wir erst
herausfinden:
(1) Auf Ringsö gibt es keine Autos !
Hier kann man sich nur per Pedes, Fahrrad, Moped
oder Quad fortbewegen.
Für Güter-Transporte nehmen die Fußgänger ihre
Schubkarren zur Hilfe.
Einige wenige Einheimische haben Fahrräder mit
Anhänger. Das muss bei den
Steigungen aber sehr anstrengend sein.
Die etwas besser situierten Inselbewohner
benutzen dreirädrige Mopeds mit
einer Ladefläche vorne. Ja und dann gibt es eben
die "Könige" des Inselverkehrs:
diese benutzen einen Quad, bei Bedarf mit
Anhänger zum Güter- oder auch Personen-
Transport.
Als "Insel-Gäste" sind wir mit Schubkarre gut
bedient, die Hasse uns geliehen hat.
Aber es ist echt sau-anstrengend, den
Lebensmittel-Einkauf für 5 Tage +
Bootsausrüstung mit der Schubkarre vom Hafen den
Berg hinauf zum Haus zu schaffen.
(2) Auf Ringsö gibt es keinen Laden,
kein Cafe oder Restaurant !
Man kann hier absolut kein Geld ausgeben.
Dumm ist nur, wenn man dringend etwas
braucht, dann muss man sich wirklich in das
Boot setzen und zum Festland fahren.
(3) Die Häfen
Es gibt 2 Häfen an der Südwest-Seite der
Insel ( gegenüber dem Hafen Näsbyviken
auf dem Festland ). Diese heißen Palbryggan
und Bryggudden.
Am Palbryggan liegt neben vielen anderen
Booten auch das Angelboot, welches zu
unserem Haus gehört. Am Bryggudden liegen
noch weitere Boote und dort
gibt es eine Anlegestelle für die Fähre des
Bauern. Hier wird auch das Baumaterial
für neue Ferienhäuser angelandet. Viele
Häuser in Ufernähe haben einen eigenen
Anlegesteg und Liegeplätze.

Das zu unserem Haus gehörige Angelboot mit 10 PS Mercury Außenborder an der
Badestelle auf Hagskär.
(4) Das Boot
Ein gut funktionierendes Boot ist natürlich
Vorrausetzung für einen gelungenen
Insel-Urlaub. Das uns zur Verfügung
stehende offene Angelboot ist ohne Zweifel
ein Schönwetter-Boot. Bei starkem Wind und
Wellengang oder bei Regen kann
man es fast nicht benutzen. So kam es auch,
dass wir einen Tag nicht zum Einkaufen
fahren konnten wegen Sturm. Ein anderes Mal
sind wir auf dem Mälaren von einem
plötzlich einsetzendem Starkregen
überrascht worden. Da halfen auch keine
Regenjacken mehr, im Boot wurden wir "durch
und durch" nass.
Der nagelneue Außenborder hatte manchmal
etwas Startprobleme (Joke), aber
wenn er erst einmal lief, dann lief er.
Bei gutem Wetter (spiegelglatter See)
brachte es das Boot als Gleiter auf eine
Geschwindigkeit von etwa 20 Km/h, wobei der
Außenborder für eine 10 Km Strecke
etwa 5 Liter Benzin-Gemisch ( 2% Öl)
benötigte.

Der Gutshof "Ringsö Gard".
(5) Die Bebauung auf Ringsö
Der Gutshof "Ringsö Gard" ist eines der
ältesten Bauwerke auf der Insel.
Es wird immer noch Korn in der Mitte der
Insel angebaut.
Weiterhin gibt es etwa 100 Ferienhäuser auf
der Insel, die meist von Schweden genutzt
werden. Es sind noch viele Pazellen zur
Bebauung frei. Einige Häuser sind im Bau.
Die Pazellen liegen fast alle im Wald. Für
neue Häuser werden immer nur Bäume
gefällt, soweit es nötig ist. So bleibt
viel von dem Wald erhalten.

Die typische Baustelle für ein neues Ferienhaus bzw. Sommerhaus auf Ringsö.

Diese Sorte Wild begegnete einem ständig auf den Wegen und zwischen den Häusern.
(6) Die Tierwelt
Elche und Wildschweine haben wir auf Ringsö
nicht vorgefunden und wenn da welche
gewesen sein sollten, dann haben sie sich gut versteckt
gehalten. Eine Sorte, Damwild
(siehe Foto) oder Rotwild, begegnete einem dagegen auf
Schritt und Tritt, Tags und bei
der Nacht. Auffallend war die große Anzahl an
verschiedenen Arten von Singvögeln.
Es gibt eine Menge Weinbergschnecken auf
der Insel.
Der Mälaren ist sehr fischreich. Sobald man
irgendwo am Ufer sitzt und ins Wasser
guckt, kann man kleine oder auch größere
Fische beobachten.
Elche und Wildschweine gibt es in großer
Zahl auf dem Festland in Herresta.
(7) Die Insekten
An zwei oder drei Tagen hatten wir abends
bei Einbruch der Dunkelheit Mücken
auf der Terrasse, so dass wir flüchten
mussten. Schlimmer war allerdings die Plage
mit den Zecken. Sobald man den schmalen
Wanderweg durch den Wald zur Nord-West-
Spitze der Insel gegangen war, dann hatte
man sich bis zu 6 Miniatur Zecken
"eingefangen". Wenn man sich
nicht in die Wildnis begibt, dann bleibet man zeckenfrei!
(8) Einige Pflanzen
Ich habe auf Ringsö Champignons und
Steinpilze gesammelt.
Aber es gab auch noch andere interessante
Pilze zu bestaunen.

Dieser Pilz ist ein "Klebriger Hörnling" (Calocera viscosa) und wächst auf totem
Nadelholz.

Diese Pflanze mit gelben Lippenblüten und blauen Pflanzenblättern an der
Spitze konnten wir erst im
Jahre 2009 Dank der Mithilfe von Frau Franziska Püller bestimmen. Es
handelt sich um
Hain-Wachtelweizen ( Melampyrum nemorosum).
(9) Badestellen
Zum Baden sollte man als ortsunkundiger Tourist immer zunächst die
ausgewiesenen Badeplätze (Badplats)
benutzen. Diese sind auf Ringsö die
"Norra Sandviken" und die "Södra Sandviken".
Hier kann man schnell mal
ins Wasser springen und ist vor
Überraschungen ( z. B. große Steine) sicher.
Am "Södra Sandviken" haben
wir nie gebadet, weil der Weg dorthin zu weit war.
Der "Norra Sandviken" war unser Badeplatz,
wenn wir abends noch mal kurz
ins Wasser springen wollten .... ohne viel
Aufwand.
Zusätzlich hatte Charlotte
uns auf die Badefelsen an der Nord-West-Spitze der
Insel aufmerksam gemacht. Hier kam nie
jemand anderes vorbei, weil man ca 1,5 Km
über einen einsamen Waldweg (mit vielen
Zecken) laufen muss, um dorthin zu gelangen.
Trotzdem - oder gerade
deswegen - wurde das unser Lieblings-Badeplatz.
Das Wasser des Mälaren ist angenehm weich
und hatte immer etwas mehr als 20 Grad.
Übrigens: mit Ausnahme eines Tages haben
wir jeden Tag im Mälaren gebadet.

Die Badestelle "Södra Sandviken" im Süden der Insel
Ringsö . Hier steht
oft der Wind drauf!

Die Badestelle "Norra Sandviken" im Norden der Insel Ringsö. Diese ist meistens windgeschützt.

Die Badestelle an der Nordwest-Spitze der Insel Ringsö. Diese Badefelsen hier waren Charlottes
Geheimtipp für uns.
Weitere
"Highlights" waren:

Ein Bootsausflug auf dem Mälaren

Kräfta-Essen

Besuch in
Mariefred (Dampfer, Schmalspurbahn und Schloss Gripsholm)
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