Anmerkung:
Jeder Fluss fließt, dass heißt, er verändert sich und
seinen Wasserstand ständig.
Der Autor übernimmt daher keine Gewähr für die
Gültigkeit der Angaben.
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- Kommentare und Veränderungs- bzw. Fehlermeldungen bitte senden an:
Wolfgang.Glamann@t-online.de
Wolfgang Glamann
- Bockwischer Weg 6
- D-25578 Dägeling

Anreise mit dem Auto (alle Preise von August
2004):
- Flensburg (A7)
- Hinter Kolding abbiegen von der A7 auf die E20 Richtung
Kopenhagen
- Der E20 folgen über die kleine Beltbrücke und Fünen von
West nach Ost durchqueren
- Grosse Belt Brücke Korsör kostet 250 Dänische Kronen
(etwa 34 € )

Das Bild zeigt die Brücke über den
Grossen Belt. Wir haben Odensee hinter uns gelassen
und befinden uns auf der kleineren Brücke zu der
natürlichen Insel. Rechts im Hintergrund sieht man
die große Hängebrücke.
- In Kopenhagen die E20 verlassen und der E47/E55 folgen nach
Helsingör
- Die Fahrstrecke in Dänemark von Flensburg bis Helsingborg
beträgt 360 Km.
- Fährhafen Helsingör,
- mit
nach Helsingborg (Schweden), die Überfahrt dauert 20 Minuten.
Die Passage für einen Pkw bis 6m Länge
kostet 230 Dänische Kronen
( etwa 31 € ) für eine Richtung.
- in Helsingborg ( Schweden ) wählt man die Autobahn E4 Richtung
Stockholm
um nach etwa 120 Km in Ljungby links zum Bolmen
abzubiegen
- oder man wählt die Autobahn E6 Richtung Göteborg um nach
etwa 400 Km
im Dalsland ( z.B. Billingsfors)
anzukommen.
Wir fahren zunächst zum Bolmen. Wer mehr
über das Gebiet wissen möchte,
kann dies im Abschnitt "Kanutouren in Schweden 2003"
nachlesen.

Übersichtskarte vom Bolmen mit dem Banvallsleden
Camping
Wenn man sowieso Kanutouren machen
oder Kanuwandern will, bietet
es sich an zu campen. In Schweden
benötigt man einen Campingausweis
für die ganze Familie. Diese
Campingkarte kostet 90 SEK für 2004.
Eine Übernachtung kostet pro Familie
zwischen 110 SEK und 150 SEK,
in ganz seltenen Fällen (z.B. in
Stockholm) auch bis zu 200 SEK.
Für einen Stromanschluß zahlt man
um die 35 SEK pro Tag extra.
Verständigung
Zumindest die jüngeren Schweden
haben fast alle Deutsch in der Schule gehabt.
Unserer Erfahrung nach sprechen sie
Deutsch aber nicht so gerne und verschweigen
nach Möglichkeit ihr Können. Im
öffentlichen Leben wie Hotel, Campingplatz,
Tankstelle, Laden usw. kann man sich
im allgemeinen gut mit Englisch verständigen.
Zumindest kann fast immer ein Schwede
herangeholt werden, der Englisch spricht.
In den Touristbyras wird sehr oft
Deutsch gesprochen.
Badeplätze
Zum Baden sollte man als
ortsunkundiger
Tourist immer zunächst die
ausgewiesenen Badeplätze (Badplats) benutzen.
Diese sind überall in
Schweden (an den Strassen) gut
ausgeschildert. Hier
kann man schnell mal
ins Wasser springen und ist vor Überraschungen
( z. B. große Steine) sicher.
Wenn man irgendwo einen längeren
Aufenthalt hat, so lohnt es sich auch, selbst
sichere Bademöglichkeiten zu
erkunden.
Highlights des Schweden-Urlaubs 2004:
Der Brotaufstrich des
Schweden-Urlaubs 2004 war eine schön gesalzene
schwedische Butter namens Bregott.
Auf jeden Fall ist diese auch voll "Outdoor
tauglich".
Die Leckereien des Schweden-Urlaubs
2004 waren
Lübecker Marzipan
( wie auch immer dieses seinen Weg
nach Schweden gefunden hat ),
die Eissorte Rum-Rosin und Dagmars
Pflaumenkuchen.
Die schönsten Städte auf unserer
Reise waren Vaxholm (Hafen)
und Bengtsfors (Fußgängerzone und
Parkanlagen am Seeufer).
Kanutouren auf dem See Bolmen:
Der Bolmen ist ein
großer See (Fläche 184 qKm, 35 Km lang und 12 Km breit)
in Südschweden (Småland). Man
findet sein östliches Ufer etwa 20 Km westlich
von Ljungby (der Ort liegt an der E4). Hier biegt man ab und findet den Bolmen
mit
seinen 365 Inseln in westlicher Richtung.
Eine beliebte Kanuwanderstrecke, der
Lagaleden, geht von Unnaryd am See
Unnen durch den See Bolmen, auf den Fluß
Bolmån und weiter bis dessen
Mündung in den Lagan. Der Lagan kann dann
weiter befahren werden bis
Mellbystrand am Kattegatt (Gesamtstrecke
150 Km).
Wer seine Aktivitäten auf den See Bolmen
beschränken will, kann hier die
Tour "Bolmsö Rund" machen, das
heißt, man umrundet die größte Insel
mit Namen Bolmsö per Kanu. Oder man
unternimmt einfach Tagestouren
und erkundet die anderen 364 Inseln im See.
Auf dem Bolmen sind große und schnelle
Motor- und Segelboote unterwegs.
Diese fahren aber hauptsächlich auf dem
freien See. Wir starten unsere
Touren vom Anleger des Campingplatzes und
Marina (Sportboothafen)
Bolmen
Marin & Fritid, Bolmens Camping in Bolmen aus.
Eine Übernachtung mit dem Zelt
ohne Strom kostet hier 110 SEK.

Unser Zeltplatz am Bolmen
Hier kann man auch bei Bedarf Kanus und Motorboote
samt allem Zubehör mieten.
Auf jeden Fall sollte man sich dort als
Grundlage für die Navigation die Karte des
Bolmen "BOLMENS-FISKEVARDSOMRADE"
kaufen. Die Karte gibt
auch Informationen über Wanderwege und
Fahrradtouren.
Der Angelschein für einen Tag
kostet 60 SEK, für eine Woche 200 SEK.
Wir starten unsere Tour am Anleger des
Campingplatzes in Bolmen.
0,0 Km Campingplatz
Bolmen
Wir starten gegen Mittag um 11:30 Uhr. Der Himmel ist blau, aber voller großer,
weißer Wolken. Die Sonne scheint wieder und es ist Sonnenschutz nötig.
Die Lufttemperatur
beträgt 27 Grad, die Wassertemperatur 22 Grad.
Wir fahren wie gewohnt wieder Richtung Süden in die Inselwelt, diesmal aber gleich
zum "Südstrand" an der Halbinsel beim Hammarudden. Der Platz ist zu
unserer
Überraschung leer.
3,0 Km Am
"Südstrand" ist kein anderes Boot und so schlagen wir hier für
heute
unser Lager auf. Hier kann man zum Baden sehr gut ins Wasser kommen.
Wie letztes Jahr wird gesonnt, gebadet, gegessen und gelesen.
Heute fahren viele Motorboote über den See und es gibt immer was zu sehen.
Auf der Rückfahrt haben wir leichten Seitenwind.
Wir halten uns ohne Mühe
rechts am Ufer und passieren den Badeplatz.
6,0 Km Um 19:30 sind wir
wieder zurück am Anleger des Campingplatz Bolmen.
Weil es so schön war haben wir die Tour von gestern
noch einmal wiederholt.
So verabschieden wir uns vom Bolmen, da es am nächsten morgen weitergeht
zu den Schären vor Stockholm.
Standortwechsel: Über die E4 / E18
vom Bolmen nach Vaxholm
Vom Bolmen fahren wir dann auf
der E4 nach Stockholm. Dort biegen wir rechts auf
die E18 in Richtung Norrtälje ab und verlassen
diese nach wenigen Kilometern wieder.
Weiter geht es auf der Straße 274 nach Vaxholm.
Die ganze Tagesstrecke vom
Bolmen bis nach Vaxholm beträgt 495 Kilometer
und ist mit Pausen in 6,5 Stunden gut
zu schaffen. Wir gehen auf den Campingplatz
"Waxholmstrand"
und
haben damit eine
kostengünstige Unterkunft ( 120 SEK) direkt am Wasser und mit schöner
Badestelle.

Unser Zeltplatz auf dem Campingplatz "Waxholmstrand"
Vaxholm liegt schon direkt in den Schären.
Dieser Ort ist das ideale Sprungbrett zur
Erkundung der Schärenwelt vor Stockholm. Da hier
im Sommer viele Touristen aus
Stockholm einfallen, gibt es ausreichend
Restaurants mit etwas gehobenem Preisniveau.
Nachteil ist allerdings, daß in Hafennähe die
geringe Anzahl von Parkplätzen streng
bewirtschaftet wird. Von einem der
gebührenfreien "Langzeitparkbereiche" läuft man
etwa 1 Km bis zum Anleger der Schärendampfer im
Hafen.

Das Bild zeigt die Anlegestelle in Vaxholm mit dem Dampfer Stockholm.
Dampfertour 1 am 9.8.4
mit dem Dampfer "Norrskär" auf die Schäre Grinda.
Die Fahrtzeit von Vaxholm nach Grinda beträgt etwa eine
Stunde.
Grinda ist die Vorzeige-Schäre
für die Touristen. Hier gibt es zwei Anlegestellen, ein Gasthaus, einen
Laden und einen Hafen mit Kanuverleih. Das
Gasthaus "Grinda
Wärdshus" und die Badestelle wurden
von uns getestet und für sehr gut befunden! Wir haben hier Touristen
vieler Nationalitäten getroffen,
jung und alt!

Das Bild zeigt das Gasthaus "Grinda Wärdshus" ( gute Küche! ).

Das Bild zeigt den Kanuverleih auf Grinda nahe dem Gasthaus "Grinda
Wärdshus".

Das Bild zeigt die Badestelle auf Grinda an der Anlegestelle Nord.
Dampfertour 2 am 10.8.4
mit dem Dampfer "Norrskär" auf die Schäre Gällnö.
Die Fahrtzeit von Vaxholm nach Gällnö dauert etwa eine Stunde
und 20 Minuten.
Gällnö hat einen kleinen Laden
mit Hafen. Ein Wanderweg ist vorhanden, der zu einer
schönen Badestelle führt. Kurz hinter der
Badestelle findet man am Weg eine Gletschermühle.
Weiter führt der Wanderweg noch an eine
Anlegestelle, wo manchmal ein Boot liegt.
Mit diesem Boot kann dann der Besucher
selbst auf die Schäre Karklö übersetzen.
Die Schäre Gällnö wird nur selten von
Touristen besucht. Wir haben nur Schweden gesehen.

Das Bild zeigt auf Gällnö die Anlegestelle für das Ruder boot nach Karklö.
Dampfertour 3 am 12.8.4 mit dem
Schnellboot "Cinderella 1" auf die Schäre Svartsö.
Die Fahrtzeit von Vaxholm nach Svartsö dauert mit dem
Schnellboot etwa eine Stunde.
Die Schnellboote (Cinderella 1 und
Ciderella 2) sind zwar schnell, aber richtig Spaß macht die
Fahrt nicht, da sie einfach zu laut laut
sind. Aus diesem Grunde muss man während der Fahrt
drinnen sitzen.
Svartsö hat einen gut gehenden Laden
an der Anlegestelle. Ferner in direkter Nähe einen Imbiß
(und Eisrestaurant) mit Hafen. Hier stehen
auch zwei kleine Hütten zur Vermietung bereit.
Die Schäre wird landwirtschaftlich
genutzt. Man kann auf den vorhandenen Feldwegen gute
Wanderungen machen, wobei man nicht ohne
Karte loslaufen sollte.
Ferner gibt es noch ein Gasthaus mit
Anleger. Hier könnte man auch baden.
Diese Schäre wird fast nur von Schweden
besucht.

Das Bild zeigt den Laden an der Dampferanlegestelle auf Svartsö. Hier
kommen die
Schärenbewohner aus der Umbebung per Boot zum einkaufen.
Kurzinformationen über das
Schärengebiet für Kanufahrer:
Auf unseren Fahrten durch die Schären
haben wir immer wieder Kajakfahrer gesehen.
Die langen, schmalen Boote, meist in
weißer oder gelber Farbe, bieten einen schönen
Anblick im Kontrast zu den grünen Schären
und dem blauen Wasser.
Wer hier im Schärengebiet mit dem Kajak
fährt, der sollte sich allerdings gut darauf
vorbereiten. Mit unserem offenen Kanadier
wären wir hier nichts geworden.
Hinweise zur Benutzung der Liniendampfer in den
Schären:
Redereien:

Fahrscheine für die Liniendampfern in
den Schären kauft der Fahrgast direkt auf dem
Dampfer. Man sucht sich zuerst aus den Fahrplänen (Tidtabella)
den entsprechenden
Dampfer heraus. Dabei sollte man
die Länge des Aufenthaltes auf der Schäre
und auch den Dampfer für den
Rückweg immer gleich mit einplanen.
Zur rechten Zeit am richtigen Anleger wird
der Dampfer meist pünktlich auftauchen.
Er legt dann typisch nur mit dem Bug an der
Anlegestelle an und es wird
eine Gangway an Land geschoben. Danach
lässt man erst einmal die Passagiere
aussteigen, die hier an Land wollen. In
Vaxholm sind dies immer sehr viele, da der
Normaltourist von Stockholm aus etwa 1
Stunde nach Vaxholm fährt und fest der
Meinung ist, hier schon mitten
in den Schären zu sein.
Ist nun der letzte Passagier ausgestiegen,
so beginnt das Einsteigen. Es ist üblich, dass
der Zahlmeister an der Gangway steht und
jeden Einsteiger fragt, wohin er will.
Wenn man sein Fahrtziel angegeben hat,
notiert sich der Zahlmeister dieses in einer
Strichliste und man darf an Bord gehen.
Oder im Fehlerfall, wenn der Dampfer dort gar
nicht hinfährt, wird einem die
Mitfahrt verständlicherweise verweigert.
Nachdem alle neuen Passagiere an Bord sind,
legt der Dampfer ab.
Bei den langsamen Dampfern wie zum Beispiel
der "Stockholm" und der "Norrskär" geht
man dann während der Fahrt zum Büro des
Zahlmeisters und bezahlt die Fahrt.
Auf den Schnelldampfern der Cinderella
Linie kommt der Zahlmeister auf dem Schiff
herum und kassiert ab. In jedem Fall
erhält man als Quittung einen Fahrschein, den
man gut aufbewahren muss. Beim
Verlassen des Schiffes wird dieser Fahrschein
nämlich zur Kontrolle üblicherweise
wieder an das Bordpersonal zurückgegeben.
Es ist aber auch möglich, den Fahrschein
nur vorzuzeigen und ihn als Souvenir zu behalten.
Noch ein kleiner Tipp für die Rückfahrt:
steht man an einer Bedarfshaltestelle, so
gibt es hier ein rundes "Bitten
Abholen"-Schild. Dieses muss man dann so drehen, dass
der Dampferkapitän es sehen kann. Sonst
fährt der Dampfer vorbei und man muss dort
womöglich überwintern.

Anlegestelle auf Svartsö: Warten auf den Dampfer
Das Wetter in Vaxholm
zeigte sich mit Spitzentemperaturen um die 30 Grad die ganze Woche
von seiner besten Seite bis zum Freitag,
dem 13. August 2004. Am frühen Morgen gegen 3 Uhr
setzte ein starker Sturm ein, der um 6 Uhr
in der Frühe ein starkes Gewitter mit heftigen Regenfällen
heranführte. Die Sonne kam zwar gegen
Mittag wieder durch, aber die Temperatur erreichte nur
noch knapp 20 Grad. In der folgenden Nacht
fiel das Thermometer auf 8 Grad. Hier war wohl
der Sommer vorbei! Also beschließen
wir am Samstag morgen etwas in Richtung Süden,
nach Dalsland aufzubrechen.
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Standortwechsel: Über die E18
von Vaxholm nach Billingsfors
Von Vaxholm fahren wir wieder
auf die Straße 274 und folgen dieser bis zur E18.
Dort biegen wir auf die E18 in Richtung Oslo ein.
Die E18 startet zunächst als Autobahn,
und führt dann als 4 spurige Straße durch das
Stadtgebiet von Stockholm. Danach wird
sie wieder zur Autobahn und bleibt so bis
Enköping. Ein weiteres Stück Autobahn gibt es
zwischen den Städten Arboga, wo die E20 von
links hinzukommt, und Örebro. Hinter
Örebro trennen sich die E18 und die E20 wieder.
Von nun an besteht die E18 fast
ausschließlich aus 3 Fahrspuren, wobei die
mittlere immer abschnittsweise wechselnd
als Überholspur für die jeweils freigegebene Richtung
dient.
Etwa 200 Km vor Oslo biegen wir auf die Straße
45 ab und folgen dieser bis Amal, wo
wir auf die Straße 164 nach Bengtsfors abbiegen.
Kurz vor Bengtsfors nehmen wir die
Straße 172 nach Billingsfors. Einige Kilometer
hinter Billingfors biegen wir links ab
auf die Straße in Richtung Haverud und steuern
hier nach etwa 2 Kilometern den
Campingplatz "Laxsjöns
Friluftsgard" an.
Die ganze Tagesstrecke von Vaxholm bis
Billingsfors beträgt 505 Kilometer
und wir
haben mit Pausen etwa 7 Stunden benötigt.
Die Temperatur liegt hier heute abend um 18:30
Uhr bei 19 Grad. Verwöhnt von den
30 Grad in den Schären beschließen wir uns für
die Nacht eine Hütte zu mieten.
Eine Hütte ( für 4 Personen) kostet hier
390 SEK. Das ist nicht mehr ganz kostengünstig
und man würde zu dem gleichen Preis auch ein
Ferienhaus bekommen.
Aber wir haben eine Unterkunft nur etwa 200 Meter
vom See Laxsjön entfernt, mit
Gasthafen, Bootsverleih und mit schönen
Badestellen.

Unsere Hütte auf dem Campingplatz "Laxsjöns Friluftsgard"
Dalsland - nun sind wir also im "gelobten Land"
der Kanufahrer!
Am nächsten Morgen kommt per SMS die Meldung unserer Partner Crew:
"Wir sind
jetzt an unserem Ferienhaus angekommen, DuN".
Das Ferienhaus liegt am "Bra-Sjön"
(Name von der Redaktion geändert).
Der "Bra-Sjön" gehört zu einer
Nebenstrecke der Dalsland Kanutrails. Um nicht mehr
Kanufahrer in dieses kleine Gebiet zu locken, erwähne
ich in diesem einen Fall nicht
den richtigen Namen des
Gewässers.
Der "Bra-Sjön" ist
ein eher kleinerer See im Dalsland. An seinen Ufern stehen
einige Ferienhäuser und es gibt einige wenige
Bauernhöfe, die bis an das Ufer heran
bewirtschaftete Flächen ( in den Landkarten in
Gelb eingezeichnet) unterhalten.
Zum größten Teil sind die Ufer bewaldet und
infolge der dichten Vegetation von Land
her nur beschwerlich zu erreichen. Durch den See
führt ein wenig genutzter Kanu Trail
und es ist sogar eine Übernachtungsmöglichkeit
(Schutzhütte mit Toilette) vorhanden.
Wir starten unsere Tour am Anleger des von DuN
gemieteten Ferienhauses
am "Bra-Sjön" bei mittelprächtigem
Wetter (23 Grad und wechselnd bewölkt).
0,0 Km Ferienhaus
Wir starten kurz vor Mittag um 11:30 Uhr. Der Himmel ist voller großer,
weißer Wolken. Manchmal findet auch die Sonne ein Loch und scheint ein wenig.
Wir fahren mit dem leichten Wind immer in angemessener Entfernung (etwa 15
Meter)
vom linken Ufer auf dem hier weiten See in Richtung Norden. Dicht unter Land
lauern
überall große Findlinge, mit denen man besser nicht kollidieren sollte.
Wenn man eine Karte mit sich führt, ist die Orientierung auf dem See recht
einfach.
Am Anfang sehen wir noch wenige Ferienhäuser am linken Ufer, dann nur noch Wald
und vielleicht mal eine Wiese.
2,0 Km Das rechte Ufer
kommt jetzt etwas näher, da der See schmaler wird. Hier auf dem
Hang liegt ein Bauernhof in Alleinlage mit vielen Weiden und Wiesen.
Der See wird jetzt immer schmaler bis auf etwa 200 Meter.
Wir wechseln auf die rechte Seite des Sees in östlicher
Richtung.
4,0 Km Rastplatz mit
Schutzhütte, Zeltplatz, Toilette und ausgezeichnete Badestelle.

Rastplatz mit Badestrand
Hier landen wir nach 1 Stunde Fahrzeit an und machen unsere Mittagspause.
Leicht gestärkt (aber nicht vollgefressen) lockt uns das Wasser zu einem Bad.
Die Badestelle ist einfach toll. Sie besteht aus einem schräg abfallenden
Sandstrand
ohne Steine oder Felsen im Untergrund. Das Wasser hat etwa 21 Grad, so daß man
längere Zeit schwimmen kann.
Wir wollen aber noch ein Stück weiter paddeln. Also raus aus dem Wasser, rein in
die Klamotten
und ab in die Boote. Weiter geht es immer Richtung Norden durch
eine schmale und
flache Stelle des Sees.
5,0 Km Danach öffnet
sich der See wieder etwas. Dieser Teil des Sees kann wegen der
Untiefen nicht von Motorbooten erreicht werden und ist daher sehr einsam.
Schnell entdecken wir am Ufer eine Biber-Burg. Unzählige Bäume hat der Biber
gefällt und zu einer Burg aufgeschichtet.

Biberburg
Weiter geht es in Richtung Norden. Eine steile bewaldete Felswand erinnert an
die Wildnis Kanadas. Ein Fischadler fliegt hoch über dem See und ermahnt uns
durch seinen Schrei zur Rücksicht.
6,0 Km Das
Nordende des Sees ist erreicht. Wir lassen die Natur auf uns wirken.
Mir fällt das Buch "Lederstrumpf" ein. Hier irgendwo muss
der alte Trapper doch
seinen Pfahlbau haben!
Nach
einiger Zeit machen wir uns - nun gegen den Wind - auf die Rücktour.
Am Ostufer entlang paddeln wir wieder zurück zum Rastplatz.

8,0 Km Pünktlich zur Kaffeezeit
haben wir wieder am Rastplatz angelegt.
Leider fängt jetzt auch hier im Dalsland das Wetter an zu
"schwächeln". Dichte Wolken
bedecken den Himmel und man merkt
ganz deutlich, dass der Herbst nicht
mehr so fern ist. Während wir uns noch Dagmars hervorragenden Pflaumenkuchen
schmecken lassen, guckt aber doch die Sonne noch einmal durch ein großes Loch
in den Wolken und taucht uns wieder in eine wohlige Wärme. Wir gucken uns alle
an
und ich sage: "Wenn nicht jetzt, wann denn ?" Also alle noch einmal
raus aus den
Klamotten und rein ins Wasser, noch ein paar Runden durch das
kristallklare Wasser
des Sees schwimmen. Dabei verschwindet die Sonne dann leider für heute.
Als wir uns wieder angezogen haben, rät Norbert (unser Wetterexperte) zum
raschen Aufbruch, da sich in der Ferne ein Unwetter zusammenbraut. Wie wir in
die Boote steigen, dreht sich der Wind von Nord auf Süd, und die Tiergeräusche aus
dem Wald ändern sich. Die Natur wartet auf das Unwetter. Wir paddeln nun mit
dem
Wind zum Ferienhaus zurück. Durch diese unerwartete Unterstützung benötigen wir für
die letzten 4 Kilometer nur 40 Minuten. Die dunklen
Wolken kommen dabei immer
näher.
12,0 Km Zurück am Ferienhaus verladen wir
schnell unser Kanu "White Horse" auf das Auto.
Und dann bricht ein richtig starkes Gewitter los mit Blitz, Donner und starkem
Regen.
Wie das Gewitter nach einer Stunde wegzieht, ist die Temperatur auf 10
Grad
heruntergefallen. Auch hier im Dalsland ist der Sommer jetzt wohl vorbei.
Auf
der Rücktour mit dem Auto sehen wir noch gegen 21:40 Uhr unseren ersten
Elch in freier Wildbahn! Ein prächtiger Elchbulle kommt gerade aus dem Wald und
läuft in der Dämmerung über eine Wiese.
Kurzcharakteristik Kanuland
Dalsland :
Dalsland ist das
Land der dichten Wälder und glasklaren Seen.
Die zentrale Stadt ist Bengtsfors.
Die Seen in diesem Gebiet liegen alle auf einer
Höhe von etwa 100 Metern. Die
höchste Erhebung ist der 301 Meter hohe Baljösen.
Die Landschaft besteht aus vielen
dicht bewaldeten Hügeln und eingebetteten Seen.
Die Straßen winden sich mit einem
stetigem Auf und Ab durch die Landschaft und
bringen jeden Radfahrer zur
Verzweiflung. Der Wasserweg ist hier der einzig richtige.
Der Dalsland Kanal ist ein 240 Km
langes Wasserstraßensystem aus natürlichen Seen,
das mit nur 10 Km künstlich
angelegten Kanälen und Schleusen auskommt. Dieser
Dalsland Kanal bietet sich als Kanu
Trail an, auch für große Gruppen. Es gibt aber
auch abseits des Dalsland Kanals
und anderer Haupt Trails noch genügend Freiraum
für individuelle Touren mit
Einzelbooten oder kleinen Gruppen bis 4 Personen.
Wer im Dalsland Kanufahren will,
sollte sich vorher beim Kanuverleiher oder im
Touristenbüro genau informieren,
Landkarten und die Naturpflegekarte kaufen.
Dem Ort Håverud sollte man auch
auf jeden Fall einen eintägigen Besuch abstatten
um hier die technischen Bauwerke
(Schleusen, Aquädukt und Brücken) zu bewundern.
Neben dem glasklaren Wasser, das
einem erlaubt metertief auf den Grund zu schauen,
und der klaren Luft, fällt auch
die große Anzahl der hier freilebenden Tierarten auf.
Wir haben wildlebende Elche, Rehe,
Fischadler und Kraniche gesehen. Weiterhin sind wir
auf Biberburgen und von Bibern
frisch gefällte Bäume gestoßen. Etwas trauriger ist
schon die Häufigkeit der am
Straßenrand liegenden, vom Auto erlegten Füchse und
Dachse. Laut Literatur soll
es im Dalsland vereinzelt auch Bären und Wölfe
geben.

Das Bild zeigt den Aquädukt in Håverud
mit anschließender Schleuse (links) und Eisenbahnklappbrücke
(oben)
Unter dem Aquädukt läuft der ursprüngliche Flusslauf, der einmal pro Tag
"durchgespült" wird.

Das
Bild zeigt die obere Schleuse in Håverud unter der
Eisenbahnklappbrücke (oben)

Das Bild zeigt die obere Schleuse in
Håverud jetzt mit Niedrigwasserstand in Höhe der unteren Schleuse.
Kleiner Tipp: Orientieren Sie sich am kleinen rot-weißen Wärterhaus (
auf den 3 Fotos oben ).

Das Bild zeigt die untere Schleuse in
Håverud. Auch die Kanufahrer gehen mit durch die Schleusen.
Copyright © 2004, 2007 Wolfgang Glamann,
Email: wolfgang.glamann@t-online.de
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