Kanufahren in Schweden 

Informationen zu Schweden 2004:

1 Kanutour  Bolmen      (Småland, Schweden) 05.08.04
2 Kanutour  Bolmen      (Småland, Schweden) 06.08.04
3 Erkundung  Schären     (Stockholm, Schweden) 08.08. - 13.08.04
4 Kanutour  "Bra-Sjön"  (Dalsland, Schweden) 17.08.04


Anmerkung:  
     Jeder Fluss fließt, dass heißt, er verändert sich und seinen Wasserstand ständig.
     Der Autor übernimmt daher keine Gewähr für die Gültigkeit der Angaben.                    

E-Mail
Kommentare und Veränderungs- bzw. Fehlermeldungen bitte senden an:
Wolfgang.Glamann@t-online.de
Wolfgang   Glamann
          Bockwischer Weg 6
D-25578   Dägeling

Allgemeine Informationen zu Schweden 

    Anreise mit dem Auto (alle Preise von August 2004):
    - Flensburg (A7)
    - Hinter Kolding abbiegen von der A7 auf die E20 Richtung Kopenhagen
    - Der E20 folgen über die kleine Beltbrücke und Fünen von West nach Ost durchqueren 
    - Grosse Belt Brücke Korsör kostet 250 Dänische Kronen (etwa 34 € )
   
    
     Das Bild zeigt die Brücke über den Grossen Belt. Wir haben Odensee hinter uns gelassen 
      und befinden uns auf der kleineren Brücke zu der natürlichen Insel.  Rechts im Hintergrund sieht man 
      die große Hängebrücke. 

 
    - In Kopenhagen die E20 verlassen und der E47/E55 folgen nach Helsingör
    - Die Fahrstrecke in Dänemark von Flensburg bis Helsingborg beträgt 360 Km.
    - Fährhafen Helsingör, 
    - mit nach Helsingborg (Schweden), die Überfahrt dauert 20 Minuten.
       Die Passage für einen Pkw bis 6m Länge kostet 230 Dänische Kronen
       ( etwa 31 € ) für eine Richtung.
    - in Helsingborg ( Schweden ) wählt man die Autobahn E4 Richtung Stockholm
      um nach etwa 120 Km in Ljungby links zum Bolmen abzubiegen
    - oder man wählt die Autobahn E6 Richtung Göteborg um nach etwa 400 Km
      im Dalsland ( z.B. Billingsfors) anzukommen. 
          
        
      Wir fahren zunächst zum Bolmen. Wer mehr über das Gebiet wissen möchte,
      kann dies im Abschnitt "Kanutouren in Schweden 2003" nachlesen.
      
       
                
                       Übersichtskarte vom Bolmen mit dem Banvallsleden 
                
       
    Camping
        Wenn man sowieso Kanutouren machen oder Kanuwandern will, bietet
        es sich an zu campen. In Schweden benötigt man einen Campingausweis
        für die ganze Familie. Diese Campingkarte kostet 90 SEK für 2004.
        Eine Übernachtung kostet pro Familie zwischen 110 SEK und 150 SEK, 
        in ganz seltenen Fällen (z.B. in Stockholm) auch bis zu 200 SEK.
        Für einen Stromanschluß zahlt man um die 35 SEK pro Tag extra. 
                
 
   Verständigung
        Zumindest die jüngeren Schweden haben fast alle Deutsch in der Schule gehabt.
        Unserer Erfahrung nach sprechen sie Deutsch aber nicht so gerne und verschweigen
        nach Möglichkeit ihr Können. Im öffentlichen Leben wie Hotel, Campingplatz,
        Tankstelle, Laden usw. kann man sich im allgemeinen gut mit Englisch verständigen.
        Zumindest kann fast immer ein Schwede herangeholt werden, der Englisch spricht.
        In den Touristbyras wird sehr oft Deutsch gesprochen. 

    Badeplätze
        Zum Baden sollte man als ortsunkundiger Tourist immer zunächst die
        ausgewiesenen  Badeplätze (Badplats) benutzen.  Diese sind überall in
        Schweden (an den Strassen) gut ausgeschildert. Hier kann man schnell mal
        ins Wasser springen und ist vor Überraschungen ( z. B. große Steine) sicher. 
        Wenn man irgendwo einen längeren Aufenthalt hat, so lohnt es sich auch, selbst
        sichere Bademöglichkeiten zu erkunden.

    Highlights des Schweden-Urlaubs 2004:        
        Der Brotaufstrich des Schweden-Urlaubs 2004 war eine schön gesalzene
        schwedische Butter namens Bregott.
        Auf jeden Fall ist diese auch voll "Outdoor tauglich".
                                         
        Die Leckereien des Schweden-Urlaubs 2004 waren
        Lübecker Marzipan
        ( wie auch immer dieses seinen Weg nach Schweden gefunden hat ),
        die Eissorte Rum-Rosin und Dagmars Pflaumenkuchen. 
        
        Die schönsten Städte auf unserer Reise waren Vaxholm (Hafen)
        und Bengtsfors (Fußgängerzone und Parkanlagen am Seeufer).

Kanutouren auf dem See Bolmen:

       Der Bolmen ist ein großer See (Fläche 184 qKm,  35 Km lang und 12 Km breit)
       in Südschweden (Småland). Man findet sein östliches Ufer etwa 20 Km westlich
       von Ljungby (der Ort liegt an der E4). Hier biegt man ab und findet den Bolmen
       mit seinen  365 Inseln in westlicher Richtung.
       Eine beliebte Kanuwanderstrecke, der Lagaleden, geht von Unnaryd am See
       Unnen durch den See Bolmen, auf den Fluß Bolmån  und weiter bis dessen
       Mündung in den Lagan. Der Lagan kann dann weiter befahren werden bis
       Mellbystrand am Kattegatt (Gesamtstrecke 150 Km). 
       Wer seine Aktivitäten auf den See Bolmen beschränken will, kann hier die
       Tour "Bolmsö Rund" machen, das heißt, man umrundet die größte Insel
       mit Namen Bolmsö per Kanu. Oder man unternimmt einfach Tagestouren
       und erkundet die anderen 364 Inseln im See.
       Auf dem Bolmen sind große und schnelle Motor- und Segelboote unterwegs.
       Diese fahren aber hauptsächlich auf dem freien See.  Wir starten unsere
       Touren vom Anleger des Campingplatzes und Marina (Sportboothafen)
       Bolmen Marin & Fritid, Bolmens Camping in Bolmen aus. 
       Eine Übernachtung mit dem Zelt ohne Strom kostet hier 110 SEK.

      
                            Unser Zeltplatz am Bolmen 

       Hier kann man  auch bei Bedarf Kanus und  Motorboote samt allem Zubehör mieten.
       Auf  jeden Fall sollte man sich dort als Grundlage für die Navigation die Karte des
       Bolmen  "BOLMENS-FISKEVARDSOMRADE" kaufen. Die Karte gibt
       auch Informationen über Wanderwege und Fahrradtouren.
       Der Angelschein für einen Tag kostet 60 SEK, für eine Woche 200 SEK.


(1) Tour 1  "Bolmen      (Småland, Schweden)"        (05.08.03)

 Wir starten unsere Tour am Anleger des Campingplatzes in Bolmen.
 
     0,0  Km    Campingplatz Bolmen
                       Wir starten gegen Mittag um 11:30 Uhr. Der Himmel ist blau, aber voller großer,
                       weißer Wolken. Die Sonne scheint wieder und es ist Sonnenschutz nötig.
                       Die Lufttemperatur beträgt 27 Grad, die Wassertemperatur 22 Grad.
                       Wir fahren wie gewohnt wieder Richtung Süden in die Inselwelt, diesmal aber gleich
                       zum "Südstrand" an der Halbinsel beim Hammarudden. Der Platz ist zu unserer
                       Überraschung leer. 

                        
      3,0  Km    Am "Südstrand" ist kein anderes Boot und so schlagen wir hier für heute
                       unser Lager auf. Hier kann man zum Baden sehr gut ins Wasser kommen.
                       Wie letztes Jahr wird gesonnt, gebadet, gegessen und gelesen.
                       Heute fahren viele Motorboote über den See und es gibt immer was zu sehen.
                       Auf der Rückfahrt haben wir leichten Seitenwind. Wir halten uns ohne Mühe
                       rechts am Ufer und passieren den Badeplatz.
      6,0  Km    Um 19:30 sind wir wieder zurück am Anleger des Campingplatz Bolmen.

(2) Tour 2  "Bolmen      (Småland, Schweden)"        (06.08.04)

 Weil es so schön war haben wir die Tour von gestern noch einmal wiederholt.
                       So verabschieden wir uns vom Bolmen, da es am nächsten morgen weitergeht
                       zu den Schären vor Stockholm.

     Standortwechsel: Über die E4 / E18 vom Bolmen nach Vaxholm

      Vom Bolmen fahren wir dann auf der E4 nach Stockholm. Dort biegen wir rechts auf
      die E18 in Richtung Norrtälje ab und verlassen diese nach wenigen Kilometern wieder. 
      Weiter geht es auf der Straße 274 nach Vaxholm. Die ganze Tagesstrecke vom 
      Bolmen bis nach Vaxholm beträgt 495 Kilometer und ist mit Pausen in 6,5 Stunden gut
      zu schaffen. Wir gehen auf den Campingplatz "Waxholmstrand" und haben damit eine
      kostengünstige Unterkunft ( 120 SEK) direkt am Wasser und mit schöner Badestelle.
       
       Unser Zeltplatz auf dem Campingplatz "Waxholmstrand"

      Vaxholm liegt schon direkt in den Schären. Dieser Ort ist das ideale Sprungbrett zur
      Erkundung der Schärenwelt vor Stockholm. Da hier im Sommer viele Touristen aus
      Stockholm einfallen, gibt es ausreichend Restaurants mit etwas gehobenem Preisniveau.
      Nachteil ist allerdings, daß in Hafennähe die geringe Anzahl von Parkplätzen streng
      bewirtschaftet wird.  Von einem der gebührenfreien "Langzeitparkbereiche" läuft man
      etwa 1 Km bis zum Anleger der Schärendampfer im Hafen. 
                    
                                      Das Bild zeigt die Anlegestelle in Vaxholm mit dem Dampfer Stockholm. 

(3) Erkundung  "Schären   (Stockholm, Schweden)"        (08.08. -13.08.04)

       Dampfertour 1 am 9.8.4 mit dem Dampfer "Norrskär" auf die Schäre Grinda.
    
  Die Fahrtzeit von Vaxholm nach Grinda beträgt etwa eine Stunde.
       Grinda ist die Vorzeige-Schäre für die Touristen. Hier gibt es zwei Anlegestellen, ein Gasthaus, einen
       Laden und einen Hafen mit Kanuverleih. Das Gasthaus "Grinda Wärdshus" und die Badestelle wurden
       von uns getestet und für sehr gut befunden! Wir haben hier Touristen vieler Nationalitäten getroffen,
       jung und alt!

 
                                  Das Bild zeigt das Gasthaus "Grinda Wärdshus" ( gute Küche! ). 

 
                                 Das Bild zeigt den Kanuverleih auf Grinda nahe dem  Gasthaus "Grinda Wärdshus". 

 
                                   Das Bild zeigt die Badestelle auf Grinda an der Anlegestelle Nord. 

       Dampfertour 2 am 10.8.4 mit dem Dampfer "Norrskär" auf die Schäre Gällnö.
    
  Die Fahrtzeit von Vaxholm nach Gällnö dauert etwa eine Stunde und 20 Minuten.
       Gällnö hat einen kleinen Laden mit Hafen. Ein Wanderweg ist vorhanden, der zu einer
       schönen Badestelle führt. Kurz hinter der Badestelle findet man am Weg eine Gletschermühle.
       Weiter führt der Wanderweg noch an eine Anlegestelle, wo manchmal ein Boot liegt.
       Mit diesem Boot kann dann der Besucher selbst auf die Schäre Karklö übersetzen. 
       Die Schäre Gällnö wird nur selten von Touristen besucht. Wir haben nur Schweden gesehen.
                  
                               Das Bild zeigt auf Gällnö die Anlegestelle für das Ruder boot nach Karklö. 

       Dampfertour 3 am 12.8.4 mit dem Schnellboot "Cinderella 1" auf die Schäre Svartsö.
    
  Die Fahrtzeit von Vaxholm nach Svartsö dauert mit dem Schnellboot etwa eine Stunde.
       Die Schnellboote (Cinderella 1 und Ciderella 2) sind zwar schnell, aber richtig Spaß macht die
       Fahrt nicht, da sie einfach zu laut laut sind. Aus diesem Grunde muss man während der Fahrt
       drinnen sitzen.
       Svartsö hat einen gut gehenden Laden an der Anlegestelle. Ferner in direkter Nähe einen Imbiß
       (und Eisrestaurant) mit Hafen. Hier stehen auch zwei kleine Hütten zur Vermietung bereit.
       Die Schäre wird landwirtschaftlich genutzt. Man kann auf den vorhandenen Feldwegen gute
       Wanderungen machen, wobei man nicht ohne Karte loslaufen sollte.
       Ferner gibt es noch ein Gasthaus mit Anleger. Hier könnte man auch baden.
       Diese Schäre wird fast nur von Schweden besucht.
                   
                       Das Bild zeigt den Laden an der Dampferanlegestelle auf Svartsö.  Hier kommen die
                                                 Schärenbewohner aus der Umbebung per Boot zum einkaufen.

       Kurzinformationen über das Schärengebiet für Kanufahrer:
       Auf unseren Fahrten durch die Schären haben wir immer wieder Kajakfahrer gesehen.
       Die langen, schmalen Boote, meist in weißer oder gelber Farbe, bieten einen schönen
       Anblick im Kontrast zu den grünen Schären und dem blauen Wasser.
       Wer hier im Schärengebiet mit dem Kajak fährt, der sollte sich allerdings gut darauf
       vorbereiten. Mit unserem offenen Kanadier wären wir hier nichts geworden.

 

     Hinweise zur Benutzung der Liniendampfer in den Schären:

       Redereien:                 

      
Fahrscheine für die Liniendampfern in den Schären kauft der Fahrgast direkt auf dem
       Dampfer. Man sucht sich zuerst aus den Fahrplänen (Tidtabella) den entsprechenden
       Dampfer heraus. Dabei sollte man die Länge des Aufenthaltes auf der Schäre
       und auch den Dampfer für den Rückweg immer gleich mit einplanen. 
       Zur rechten Zeit am richtigen Anleger wird der Dampfer meist pünktlich auftauchen.
       Er legt dann typisch nur mit dem Bug an der Anlegestelle an und es wird 
       eine Gangway an Land geschoben. Danach lässt man erst einmal die Passagiere
       aussteigen, die hier an Land wollen. In Vaxholm sind dies immer sehr viele, da der
       Normaltourist von Stockholm aus etwa 1 Stunde nach Vaxholm fährt und fest der
       Meinung  ist,  hier schon mitten in den Schären zu sein.
       Ist nun der letzte Passagier ausgestiegen, so beginnt das Einsteigen. Es ist üblich, dass
       der Zahlmeister an der Gangway steht und jeden Einsteiger fragt, wohin er will.
       Wenn man sein Fahrtziel angegeben hat, notiert sich der Zahlmeister dieses in einer
       Strichliste und man darf an Bord gehen. Oder im Fehlerfall, wenn der Dampfer dort gar
       nicht hinfährt,  wird einem die Mitfahrt verständlicherweise verweigert.
       Nachdem alle neuen Passagiere an Bord sind, legt der Dampfer ab.
       Bei den langsamen Dampfern wie zum Beispiel der "Stockholm" und der "Norrskär" geht
       man dann während der Fahrt zum Büro des Zahlmeisters und bezahlt die Fahrt. 
       Auf den Schnelldampfern der Cinderella Linie kommt der Zahlmeister auf dem Schiff
       herum und kassiert ab. In jedem Fall erhält man als Quittung einen Fahrschein, den
       man gut aufbewahren muss.  Beim Verlassen des Schiffes wird dieser Fahrschein
       nämlich zur Kontrolle üblicherweise wieder an das Bordpersonal zurückgegeben.
       Es ist aber auch möglich, den Fahrschein nur vorzuzeigen und ihn als Souvenir zu behalten.
       Noch ein kleiner Tipp für die Rückfahrt: steht man an einer Bedarfshaltestelle, so 
       gibt es hier ein rundes "Bitten Abholen"-Schild. Dieses muss man dann so drehen, dass
       der Dampferkapitän es sehen kann. Sonst fährt der Dampfer vorbei und man muss dort
       womöglich überwintern.

               
 
                                       Anlegestelle auf Svartsö:  Warten auf den Dampfer

       Das Wetter in Vaxholm zeigte sich mit Spitzentemperaturen um die 30 Grad die ganze Woche
       von seiner besten Seite bis zum Freitag, dem 13. August 2004. Am frühen Morgen gegen 3 Uhr
       setzte ein starker Sturm ein, der um 6 Uhr in der Frühe ein starkes Gewitter mit heftigen Regenfällen
       heranführte. Die Sonne kam zwar gegen Mittag wieder durch, aber die Temperatur erreichte nur 
       noch knapp 20 Grad. In der folgenden Nacht fiel das Thermometer auf 8 Grad. Hier war wohl
       der Sommer vorbei! Also beschließen wir am Samstag morgen etwas in Richtung Süden,
       nach Dalsland aufzubrechen. 

     Standortwechsel: Über die E18 von Vaxholm nach Billingsfors 

      Von Vaxholm fahren wir wieder auf die Straße 274 und folgen dieser bis zur E18.
      Dort biegen wir auf die E18 in Richtung Oslo ein. Die E18 startet zunächst als Autobahn,
      und führt dann als 4 spurige Straße durch das Stadtgebiet von Stockholm. Danach wird
      sie wieder zur Autobahn und bleibt so bis Enköping. Ein weiteres Stück Autobahn gibt es
      zwischen den Städten Arboga, wo die E20 von links hinzukommt,  und Örebro. Hinter
      Örebro trennen sich die E18 und die E20 wieder. Von nun an besteht die E18 fast 
      ausschließlich aus 3 Fahrspuren, wobei die mittlere immer abschnittsweise wechselnd
      als Überholspur für die jeweils freigegebene Richtung dient.
      Etwa 200 Km vor Oslo biegen wir auf die Straße 45 ab und folgen dieser bis Amal, wo
      wir auf die Straße 164 nach Bengtsfors abbiegen. Kurz vor Bengtsfors nehmen wir die
      Straße 172 nach Billingsfors. Einige Kilometer hinter Billingfors biegen wir links ab
      auf die Straße in Richtung Haverud und steuern hier nach etwa 2 Kilometern den
      Campingplatz  "Laxsjöns Friluftsgard" an.
      Die ganze Tagesstrecke von Vaxholm bis Billingsfors beträgt 505 Kilometer und wir 
      haben mit Pausen etwa 7 Stunden benötigt. 
      Die Temperatur liegt hier heute abend um 18:30 Uhr bei 19 Grad. Verwöhnt von den
      30 Grad in den Schären beschließen wir uns für die Nacht eine Hütte zu mieten.
      Eine Hütte ( für  4 Personen) kostet hier 390 SEK. Das ist nicht mehr ganz kostengünstig
      und man würde zu dem gleichen Preis auch ein Ferienhaus bekommen.
      Aber wir haben eine Unterkunft nur etwa 200 Meter vom See Laxsjön entfernt, mit 
      Gasthafen, Bootsverleih und mit schönen Badestellen.
       
      Unsere Hütte auf dem Campingplatz "Laxsjöns Friluftsgard"

      Dalsland - nun sind wir also im "gelobten Land" der Kanufahrer!
      Am nächsten Morgen kommt per SMS die Meldung unserer Partner Crew: "Wir sind
      jetzt an unserem Ferienhaus angekommen, DuN". 
      Das Ferienhaus liegt am "Bra-Sjön" (Name von der Redaktion geändert).
      Der "Bra-Sjön" gehört zu einer Nebenstrecke der Dalsland Kanutrails. Um nicht mehr
      Kanufahrer in dieses kleine Gebiet zu locken, erwähne ich in diesem einen Fall nicht
      den richtigen Namen des Gewässers.     

(4) Tour 4  "Bra-Sjön      (Dalsland, Schweden)"        (17.08.04)

      Der "Bra-Sjön" ist ein eher kleinerer See im Dalsland. An seinen Ufern stehen
      einige Ferienhäuser und es gibt einige wenige Bauernhöfe, die bis an das Ufer heran
      bewirtschaftete Flächen ( in den Landkarten in Gelb eingezeichnet) unterhalten. 
      Zum größten Teil sind die Ufer bewaldet und infolge der dichten Vegetation von Land
      her nur beschwerlich zu erreichen. Durch den See führt ein wenig genutzter Kanu Trail
      und es ist sogar eine Übernachtungsmöglichkeit (Schutzhütte mit Toilette) vorhanden.
      
      Wir starten unsere Tour am Anleger des von DuN gemieteten Ferienhauses
      am "Bra-Sjön" bei mittelprächtigem Wetter (23 Grad und wechselnd bewölkt).
 
     0,0  Km    Ferienhaus
                       Wir starten kurz vor Mittag um 11:30 Uhr. Der Himmel ist voller großer,
                       weißer Wolken. Manchmal findet auch die Sonne ein Loch und scheint ein wenig.
                       Wir fahren mit dem leichten Wind immer in angemessener Entfernung (etwa 15 Meter)
                       vom linken Ufer auf dem hier weiten See in Richtung Norden. Dicht unter Land lauern
                       überall große Findlinge, mit denen man besser nicht kollidieren sollte.
                       Wenn man eine Karte mit sich führt, ist die Orientierung auf dem See recht einfach.
                       Am Anfang sehen wir noch wenige Ferienhäuser am linken Ufer, dann nur noch Wald
                       und vielleicht mal eine Wiese.
      2,0  Km    Das rechte Ufer kommt jetzt etwas näher, da der See schmaler wird. Hier auf dem
                       Hang liegt ein Bauernhof in Alleinlage mit vielen Weiden und Wiesen.
                       Der See wird jetzt immer schmaler bis auf etwa 200 Meter.
                       Wir wechseln auf die rechte Seite des Sees in östlicher Richtung.               
      4,0  Km    Rastplatz mit Schutzhütte, Zeltplatz, Toilette und ausgezeichnete Badestelle.
                      
                                                                    Rastplatz mit Badestrand

                       Hier landen wir nach 1 Stunde Fahrzeit an und machen unsere Mittagspause.
                       Leicht gestärkt (aber nicht vollgefressen) lockt uns das Wasser zu einem Bad.
                       Die Badestelle ist einfach toll. Sie besteht aus einem schräg abfallenden Sandstrand
                       ohne Steine oder Felsen im Untergrund. Das Wasser hat etwa 21 Grad, so daß man
                       längere Zeit schwimmen kann. 
                       Wir wollen aber noch ein Stück weiter paddeln. Also raus aus dem Wasser, rein in
                       die Klamotten und ab in die Boote. Weiter geht es immer Richtung Norden durch
                       eine schmale und flache Stelle des Sees.
      5,0  Km    Danach öffnet sich der See wieder etwas. Dieser Teil des Sees kann wegen der
                       Untiefen nicht von Motorbooten erreicht werden und ist daher sehr einsam.
                       Schnell entdecken wir am Ufer eine Biber-Burg. Unzählige Bäume hat der Biber
                       gefällt und zu einer Burg aufgeschichtet.
                      
                                                                              Biberburg

                       Weiter geht es in Richtung Norden. Eine steile bewaldete Felswand erinnert an
                       die Wildnis Kanadas. Ein Fischadler fliegt hoch über dem See und ermahnt uns
                       durch seinen Schrei zur Rücksicht.
                     

     6,0  Km    Das Nordende des Sees ist erreicht. Wir lassen die Natur auf uns wirken.
                      Mir fällt das Buch "Lederstrumpf" ein. Hier irgendwo muss der alte Trapper doch
                      seinen Pfahlbau haben! 
                      Nach einiger Zeit machen wir uns - nun gegen den Wind - auf die Rücktour.
                      Am Ostufer entlang paddeln wir wieder zurück zum Rastplatz.

                     

     8,0  Km    Pünktlich zur Kaffeezeit haben wir wieder am Rastplatz angelegt.
                      Leider fängt jetzt auch hier im Dalsland das Wetter an zu "schwächeln". Dichte Wolken
                      bedecken den Himmel und man merkt ganz deutlich, dass der Herbst nicht
                      mehr so fern ist. Während wir uns noch Dagmars hervorragenden Pflaumenkuchen
                      schmecken lassen, guckt aber doch die Sonne noch einmal durch ein großes Loch
                      in den Wolken und taucht uns wieder in eine wohlige Wärme. Wir gucken uns alle an
                      und ich sage: "Wenn nicht jetzt, wann denn ?" Also alle noch einmal raus aus den
                      Klamotten und rein ins Wasser,  noch ein paar Runden durch das kristallklare Wasser
                      des Sees schwimmen. Dabei verschwindet die Sonne dann leider für heute. 
                      Als wir uns wieder angezogen haben, rät Norbert (unser Wetterexperte) zum 
                      raschen Aufbruch, da sich in der Ferne ein Unwetter zusammenbraut. Wie wir in
                      die Boote steigen, dreht sich der Wind von Nord auf Süd, und die Tiergeräusche aus
                      dem Wald ändern sich. Die Natur wartet auf das Unwetter. Wir paddeln nun mit dem
                      Wind zum Ferienhaus zurück. Durch diese unerwartete Unterstützung benötigen wir für
                      die letzten 4 Kilometer nur 40 Minuten. Die dunklen Wolken kommen dabei immer
                      näher.
   12,0  Km    Zurück am Ferienhaus verladen wir schnell unser Kanu "White Horse" auf das Auto.
                      Und dann bricht ein richtig starkes Gewitter los mit Blitz, Donner und starkem Regen.
                      Wie das Gewitter nach einer Stunde wegzieht, ist die Temperatur auf 10 Grad 
                      heruntergefallen. Auch hier im Dalsland ist der Sommer jetzt wohl vorbei.
                      
              Auf der Rücktour mit dem Auto sehen wir noch gegen 21:40 Uhr unseren ersten
              Elch in freier Wildbahn! Ein prächtiger Elchbulle kommt gerade aus dem Wald und
              läuft in der Dämmerung über eine Wiese. 

                      

                                                                 

      Kurzcharakteristik Kanuland Dalsland :

       Dalsland ist das Land der dichten Wälder und glasklaren Seen.
       Die zentrale Stadt ist Bengtsfors. Die Seen in diesem Gebiet liegen alle auf einer
       Höhe von etwa 100 Metern. Die höchste Erhebung ist der 301 Meter hohe Baljösen.
       Die Landschaft besteht aus vielen dicht bewaldeten Hügeln und eingebetteten Seen.
       Die Straßen winden sich mit einem stetigem Auf und Ab durch die Landschaft und
       bringen jeden Radfahrer zur Verzweiflung. Der Wasserweg ist hier der einzig richtige.
       Der Dalsland Kanal ist ein 240 Km langes Wasserstraßensystem aus natürlichen Seen,
       das mit nur 10 Km künstlich angelegten Kanälen und Schleusen auskommt.  Dieser
       Dalsland Kanal bietet sich als Kanu Trail an, auch für große Gruppen. Es gibt aber
       auch abseits des Dalsland Kanals und anderer Haupt Trails noch genügend Freiraum 
       für individuelle Touren mit Einzelbooten oder kleinen Gruppen bis 4 Personen.
       Wer im Dalsland Kanufahren will, sollte sich vorher beim Kanuverleiher oder im
       Touristenbüro genau informieren, Landkarten und die Naturpflegekarte kaufen. 
       Dem Ort Håverud sollte man auch auf jeden Fall einen eintägigen Besuch abstatten
       um hier die technischen Bauwerke (Schleusen, Aquädukt und Brücken) zu bewundern.
       Neben dem glasklaren Wasser, das einem erlaubt metertief auf den Grund zu schauen,
       und der klaren Luft, fällt auch die große Anzahl der hier freilebenden Tierarten auf.
       Wir haben wildlebende Elche, Rehe, Fischadler und Kraniche gesehen. Weiterhin sind wir 
       auf Biberburgen und von Bibern frisch gefällte Bäume gestoßen. Etwas trauriger ist 
       schon die Häufigkeit der am Straßenrand liegenden, vom Auto erlegten Füchse und 
       Dachse.  Laut Literatur soll es im Dalsland vereinzelt auch Bären und Wölfe geben.  


      Das Bild zeigt den Aquädukt in Håverud mit anschließender Schleuse (links) und  Eisenbahnklappbrücke (oben)
               Unter dem Aquädukt läuft der ursprüngliche Flusslauf, der einmal pro Tag "durchgespült" wird.


                        

                     Das Bild zeigt die obere Schleuse in Håverud  unter der Eisenbahnklappbrücke (oben)
                          


         Das Bild zeigt die obere Schleuse in Håverud  jetzt mit Niedrigwasserstand in Höhe der unteren Schleuse.
                           Kleiner Tipp: Orientieren Sie sich am kleinen rot-weißen Wärterhaus ( auf den 3 Fotos oben ).


        Das Bild zeigt die untere Schleuse in Håverud. Auch die Kanufahrer gehen mit durch die Schleusen.


            

       Copyright ©  2004, 2007 Wolfgang Glamann,   Email:  wolfgang.glamann@t-online.de