Anmerkung:
Jeder Fluss fließt, dass heißt, er verändert sich
und seinen Wasserstand ständig.
Der Autor übernimmt daher keine Gewähr für die
Gültigkeit der Angaben.
Kommentare und Veränderungs- bzw. Fehlermeldungen bitte senden an:
wolfgang.glamann@t-online.de

Kanutour 2/2010 auf der Osterau von Weide nach Bad Bramstedt (12,6 Km)
Die Osterau ist der ursprünglichste Fluss im Störgebiet. Sie entsteht durch den Zusammenfluss der Rothenmühllenau und der Radesforder Au in Heidmühlen. Die Osterau ist ein Quellfluss der Bramau, die als rechter Nebenfluss bei Wittenbergen in die Stör fließt.
Die Osterau ist grundsätzlich ab Heidmühlen befahrbar, man muss sich aber von hier bis zur Einsetzstelle Weide/Baß nach den Befahrungsregeln richten. Der vorgenannte Abschnitt ist leider nur für kleine Boote (bis 4,5 m Länge) geeignet und führt ziemlich unkomfortabel durch die nassen Gummiklappen der Wildgatter des Wildpark Eekholt. Diese Strecke sollte man auch schon aus Naturschutzgründen nicht befahren.
Wir wollten bei strahlendem Wetter und 18 Grad Lufttemperatur gleich noch einmal eine Tour mit dem neuen Boot machen. Und im Mai ist auf jeden Fall noch genügend Wasser in der Osterau. Unser neues Boot, ein 2 sitziger Kanadier vom Typ Navigator (Firma Pelican), solllte jetzt auch noch auf diesem kleinen, kurvenreichen und mit vielen Hindernissen "gespicktem" Fluss ausprobiert werden.
Wir hatten die Osterau das letzte Mal im Juni 2006 befahren und wollten sehen, wie sich der Fluss inzwischen verändert hat.
Laut
Pegel in
Bad Bramstedt
war genügend Wasser vorhanden. So entschlossen wir uns für die Tour
von der
Einsetzstelle an der Brücke Weide/Baß über Bimöhlen bis zur
Ein-/Aussetzstelle am Freibad in Bad Bramstedt. Diese Kanutour ist
etwa 12,6 km lang und dauert ca. 3 Stunden mit kurzer Pause.
Während der Tour haben wir auf einem Mobiltelefon C702 von Sony Ericsson und unter Benutzung der Software TrekBuddy den GPS-Track der Kanutour (rot) und der Rückholtour mit dem Pkw (gelb) gespeichert. Siehe folgende OSM-Karte.

Es folgt eine grobe Beschreibung der Streckenabschnitte unserer
Kanutour auf der Osterau:
Abschnitt 1: Befahrung optimal mit kleinen, wendigen Booten und mit
etwas Paddel-Erfahrung.
Von Weide/Baß bei Kilometer 0,0 bis zu den Betonresten eines alten
Wehres bei Kilometer 2,5 hat die Osterau sehr viele Mäander. Der
Fluß ist oft mit Büschen zugewachsen und es liegen sehr viele
Baumstamme quer zum Fluss, teilweise unter Wasser und teilweise über
Wasser, so dass man gerade noch unter ihnen durchfahren kann. In
diesem Bereich ist die "Eigen-Renaturierung" der Osterau schon sehr
weit fortgeschritten. Es haben sich u.a. scharfe Flusskurven
mit Prellwänden gebildet und es befindet sich viel Totholz im Fluss.
Zudem hat die Osterau hier viel Strömung.
Abschnitt 2: Befahrung mit kleinen Hindernissen
Von Kilometer 2,5 bis zur Einsetzstelle Bimöhlen hat die Osterau
einen mehr geradlinien Verlauf. Aber auch hier befindet sich noch
viel Totholz in Form von querliegenden Baumstämmen im Wasser.
Kurz vor Bimöhlen gibt es viele flache Stellen.
Abschnitt 3: Befahrung mit vielen kleinen Hindernissen
Auf dem letzten Teilstück von Bimöhlen bis zur Aussetzstelle beim
Freibad in Bad Bramstedt hat die Osterau immer noch gute Strömung.
Am Anfang kommt gleich eine Sohlgleite mit großen Feldsteinen. Wenn
man diese passiert hat (bei gutem Wasserstand befahrbar), gibt
es nur noch einige flache Stellen (unter der Autobahnbrücke) und
viel Totholz in Form von querliegenden Baumstämmen im Unterwasser.
Einige Bäume wachsen oder liegen auch über Wasser in niedriger Höhe quer über
dem Fluss.
DieEinsetzstelle an der Brücke Weide/Baß
ist sehr zu empfehlen. Sie ist naturbelassen und liegt unter Bäumen an
einer Brücke. Hier ist genügend Parkraum vorhanden. Wir definieren
den Startpunkt mit Tourenkilometer 0,0 km.
0.0 Km Einsetztstelle Strassenbrücke Weide/Baß (12:00 Uhr)
Wir starten unter Bäumen auf einem 4 m breiten, gut fliessenden Fluss. Schon kurz hinter der Brücke wird der Himmel völlig von einem Blätterdach verdeckt. Trotzdem scheint auch immer wieder die Sonne direkt auf den Fluss. An diesen Stellen kann man deutlich erkennen, dass der Flussboden aus feinem Sand besteht.

Zwischen dem Busch und dem Baumstamm sind wir gerade
hindurchgefahren..

Hier versperrt wieder ein Baumstamm über Wasser den Weg. Dann heißt
es "Kopf einziehen".

Manchmal denkt man auch, hier geht es jetzt gar nicht mehr weiter!
2.5 Km Betonreste eines Wehres mit Brücke (12:20 Uhr)
Die Osterau fließt links an der alten Betonmauer vorbei. Hier fährt
man ohne Probleme durch. Hinter diesem Hindernis kann man auf
beiden Seiten an einer Sandbank gut anlegen.

Wenn man dieses Betonbauwerk erblickt, hat man den schönsten und den
schwierigsten Teil der Osterau schon hinter sich.
3.5 Km Sohlgleite
4.0 Km Wegebrücke
4.9 Km Fussgängerbrücke aus 2 Baumstämmen mit einem Drahtseil als Geländer
Achtung, jetzt kommt gleich eine Sohlgleite mit großen
Feldsteinen!
5.0 Km Eine Sohlgleite ( früher ein Wehr )
Früher war hier ein schönes Wehr mit einem dahinterliegenden "Topf", in dem wir immer gerne gebadet haben. Heute befindet sich links auf dem Flussufer eine Sitzgarnitur.

Nicht ganz ungefährlich diese Sohlgleite. Wenn man auf den Steinen
hängen bleibt, liegt man auch ganz schnell im Wasser.
Es folgt eine tiefe Stelle im Fluss und dann gibt es bis Bimöhlen viele
flache Stellen mit Flutendem Hahnenfuß.
6.4 Km Bimöhlen Straßenbrücke und Ein-/Aussetzstelle
Dies ist die favourisierte Einsetzstelle für wenig geübte Paddler. So umgehen diese den besonders wilden Teil der Osterau.
6.5 Km Eine Sohlgleite ( früher ein Wehr )
Hier haben wir ungewohnterweise direkten Kontakt mit dem 15 Grad
warmen Wasser der Osterau aufgenommen: unser kleines wendiges Boot hat sich bei der
Durchfahrt zwischen den Steinen plötzlich gedreht und wir saßen auf einem
der großen Findlinge fest. Es
ging nicht mehr vor noch zurück! Da half nur noch das kontrolierte Aussteigen.
Bei dem Versuch sind wir dann allerdings umgekippt und komplett
abgesoffen. Man glaubt ja gar nicht, wie schnell so ein Paddel oder
Schuhe davonschwimmen! Wir sind dann hinter der Sohlgleite auf der linken
Seite angelandet und haben bei einem Picknick alles wieder trocken gelegt.
Da weiß man doch endlich, warum man immer einen Satz trockene
Textilien mit
dabei hat.
6.8 Km Autobahnbrücke
Niedrige Brücke unter der Autobahn mit Flachstellen. Hinter der
Brücke rechts liegt eine Anlegestelle mit Wiese der Kanuabteilung des TSV
Bimöhlen. Danach geht es parrallel zur Autobahn durch einen Wald.
Hier entsteht durch die Autos ein Riesenlärm.
Danach wird es wieder richtig ruhig bis Bad Bramstedt. Es liegt hier
auch viel Totholz unter Wasser und eine große Anzahl Bäume
versperren über Wasser den Weg.
11.6 Km Straßenbrücke (Ortsumgehung Bad Bramstedt )
Die neue Straßenbrücke ist großzügig angelegt. Es wird nicht nur der
Fluss überspannt, sondern auch die Wiesen.
11.9 Km Anlegestelle rechts (kleiner Sandstrand)
Hier kann man noch schnell eine Pause einlegen.
12.5 Km Eisenbahnbrücke ( AKN )
Nicht erschrecken, wenn die Bahn kommt.
12.6 Km Aussetzstelle beim Freibad in Bad Bramstedt (15:00 Uhr)
Diese Stelle eignet sich besonders gut zum Aussetzen. Hier hat man
einen direkten Zugang mit dem Kfz vom Parkplatz des Freibades aus.
Der neue Kanurastplatz 50 m weiter hingegen ist mit dem Kfz nicht so
einfach zu ereichen.