Kanufahren
in Schleswig-Holstein
Anmerkung:
Jeder Fluss fließt, dass heißt, er verändert sich und
seinen Wasserstand ständig.
Der Autor übernimmt daher keine Gewähr für die
Gültigkeit der Angaben.
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Wolfgang.Glamann@t-online.de
Wolfgang Glamann
- Bockwischer Weg 6
- D-25578 Dägeling
Die Osterau ist ein Quellfluss der Bramau, die wiederum
als rechter Nebenfluss in die Stör fließt. Die Osterau entspringt nordwestlich von Bad
Segeberg. Sie ist befahrbar ab Heidmühlen ( Befahrungsregelungen
beachten ), stellt hier aber hohe Ansprüche an die
Wendigkeit der Boote, da sie schmal ist und naturbelassen stark mäandert. Außerdem
durchfließt die Osterau dann noch den sehr schönen Wildpark Eekholt. Dort kann man
einerseits beim Durchfahren der weitläufigen Gehege die Wildtiere aus
nächster Nähe beobachten, andererseits steigert es aber nicht gerade das
Wohlbefinden, wenn man beim Passieren eines Gatters so einen nassen (mit Algen besetzten)
Gummistreifen durch das Gesicht gezogen bekommt.
Daher starten wir unsere Tour hinter dem Wildpark Eekholt an
der Straßenbrücke Weide - Bass. Hier ist eine gute Einsetzstelle mit
ausreichend Parkmöglichkeiten und es gibt für diesen Bereich keine
Befahrungsregelungen. Zielpunkt ist die Anlegestelle am Freibad in Bad Bramstedt. Da die Osterau auf
der ganzen Strecke
von etwa 12,5 Kilometern unter Uferbäumen und Büschen oder durch Waldgebiete
fließt, ist sie der ultimative Paddelfluss für heiße Tage mit sengender
Sonne.
Aber auch auf dieser Strecke kann noch stellenweise anstrengend werden, weil der Fluss auch hier
naturnah
stark mäandert, dazu noch Flachstellen, Krautformationen in Form von Flutendem Hahnenfuß und mehrere umgefallene Bäume als Hindernisse auftreten. Die
drei Wehre sind im Rahmen der Renaturierung ( in den Jahren 2004, 2005 )
verschwunden. Nur eine befahrbare Sohlgleite mit großen Findlingen sorgt noch für
eine kurzeitige Anspannung. Weiterhin ist positiv zu vermerken, dass die Osterau auch bei wenig Wasser noch eine gute Fließgeschwindigkeit hat. Und man
findet überall leicht erreichbare Uferwiesen zum Rasten. Man findet also auch
immer schnell einen Platz um sich wieder trockenzulegen, wenn man im Wasser gelegen hat. Ein unfreiwilliges Bad blieb uns
diesmal aber
erspart.
Der Wasserstand am Tag unserer Tour war gerade noch
auseichend. Die reine Fahrtzeit für diese Kanutour beträgt aufgrund der
vielen Hindernisse und Flachstellen etwa 3 Stunden. Die ersten 2,5 Kilometer der
Tour sind für Anfänger nicht geeignet, da die Osterau hier sehr stark mäandert und mit
Büschen zugewachsen ist. Ungeübte Paddler sollten die Osterau erst ab
Bimöhlen befahren.
Wir definieren den Startpunkt für unsere Tour an der o.a.
Brücke mit
Tourkilometer 0,0:
0,0 Km Einsetzstelle
Straßenbrücke Weide-Baste
Wir starten um 11:45 Uhr auf dem etwa 4 Meter breiten, gut fließenden Fluss.
Auf den ersten Kilometern mäandert die Osterau sehr stark und man gewöhnt
sich an den Zustand, dass man ständig mit dem Kopf durch irgendeinen
Busch oder die herabhängenden Äste eines Uferbaumes
fährt.
Einige knapp unter der Wasseroberfläche liegende Baumstämme versperren
die Fahrt. An einigen Stellen roch es nach "totem Fisch", was wir uns
nicht
ganz erklären konnten.

Urwald, kommen wir hier noch durch ?

Noch ein kleines Hindernis
! Die ganz gemeinen Baumstämme lauern direkt unter der Wasseroberfläche!
2,5 Km Eine enge
Durchfahrt mit Betonresten auf der rechten Seite signalisiert uns, dass
jetzt der wildeste Teil der Osterau hinter uns liegt. Hier kann man rechts gut
an
einer Sandbank anlanden und auf der Wiese rasten und trocknen (wenn nötig).
3,5 Km Hier war bis
2004/2005 noch ein Wehr, das aber durch eine Sohlgleite
ersetzt wurde. Die Sohlgleite ist allerdings nur schwer zu erkennen.
Wo die Sonne ungehindert auf den Fluss scheint, wächst der Flutende Hahnenfuß.

Flutender Hahnenfuß (Ranunculus fluitans): meistens gibt es einen Weg daran vorbei.
4,0 Km Wegebrücke
4,9 Km Zwei
Holzstämme mit Brettern bilden eine Fußgängerbrücke.
5,0 Km Eine Sohlgleite (früher eine Wehr). Auch diese ist schwer zu erkennen.
Links am Ufer steht ein großer Findling. Hinter der Sohlgleite
befindet sich eine
tiefe und etwas breitere Flussstelle. Hier gehen wir rechts an Land und
legen eine Pause ein.

Blick vom Pausenplatz auf die hier breite und tiefe Osterau.
Am Ortanfang von Bimöhlen (Häuser auf der rechten Seite) gibt es
einige flache Stellen. Dies war schon vor der Renaturierung so.
6,4 Km Straßenbrücke in Bimöhlen mit gut ausgebauter Anlegestelle.
6,5 Km Sohlgleite (befahrbar),
war früher ein Wehr

Das alte verfallene Wehr wurde gekonnt ersetzt durch eine
Sohlgleite mit großen Findlingen.
6,8 Km Autobahnbrücke (bedrückend niedrige Brücke, Durchfahrt linke Seite).
Wir mussten unter der Brücke aussteigen, da hier flache Stellen sind.
Dahinter auf der rechten Seite Anlegesteg Kanu Abteilung des TSV Bimöhlen.
Rasten oder Zelten möchten wir hier aber nicht! Die Lärmbelästigung durch die
Autobahn ist doch zu stark. Der Fluss wird hinter der Autobahn deutlich breiter.
Von jetzt an fließt die Osterau etwa 300 Meter parallel zur Autobahn
durch ein
Waldgebiet. Hier kann man ein unglaubliches akustisches Spektakel genießen:
durch Echos und Reflexionen der Fahrgeräusche von der Autobahn vermitteln
die eigenen Ohren den Eindruck, dass unsichtbare Autos zwischen den Bäumen
kreuz
und quer durch
den Wald jagen. Das hat schon fast etwas von einer
Geisterbahn und man zieht zwischendurch auch mal den Kopf ein.
Danach fließt die Osterau etwas breiter und etwas langsamer werdend, immer
noch
von Bäumen gesäumt, aber schon etwas geradliniger, bis nach
Bad
Bramstedt.
12,5 Km Eisenbahnbrücke (AKN)
und Straßenbrücke.
12,6 Km Anlegestelle (rechts
vor einer hölzernen Fußgängerbrücke)
am Freibad in Bad Bramstedt.
Hier kommen wir gegen 15:15 Uhr an und setzen aus.
Copyright © 2006 Wolfgang Glamann
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