Kanufahren in Schleswig-Holstein

Tourenbeschreibungen 2006:

(2) Tour 1  "Osterau"                               (25.06.2006)

Anmerkung:  
     Jeder Fluss fließt, dass heißt, er verändert sich und seinen Wasserstand ständig.
     Der Autor übernimmt daher keine Gewähr für die Gültigkeit der Angaben.

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Wolfgang Glamann
          Bockwischer Weg 6
D-25578   Dägeling

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(2) Tour 1  im Jahre 2006: "Osterau"  (25.06.2006)    

Die Osterau ist ein Quellfluss der Bramau, die wiederum als rechter Nebenfluss in die Stör fließt.  Die Osterau entspringt nordwestlich von Bad Segeberg. Sie ist befahrbar ab Heidmühlen ( Befahrungsregelungen beachten ), stellt hier aber hohe Ansprüche an die Wendigkeit der Boote, da sie schmal ist und naturbelassen stark mäandert. Außerdem durchfließt die Osterau dann noch den sehr schönen Wildpark Eekholt. Dort kann man einerseits beim Durchfahren der weitläufigen Gehege die Wildtiere aus nächster Nähe beobachten, andererseits steigert es aber nicht gerade das Wohlbefinden, wenn man beim Passieren eines Gatters so einen nassen (mit Algen besetzten) Gummistreifen durch das Gesicht gezogen bekommt. 
Daher starten wir unsere Tour hinter dem Wildpark Eekholt an der Straßenbrücke Weide - Bass. Hier ist eine gute Einsetzstelle mit ausreichend Parkmöglichkeiten und es gibt für diesen Bereich keine Befahrungsregelungen. Zielpunkt ist die Anlegestelle am Freibad in Bad Bramstedt. Da die Osterau auf der ganzen Strecke von etwa 12,5  Kilometern unter Uferbäumen und Büschen oder durch Waldgebiete fließt,  ist sie der ultimative Paddelfluss für heiße Tage mit sengender Sonne.
Aber auch auf dieser Strecke kann noch stellenweise anstrengend werden, weil der Fluss auch hier naturnah stark mäandert, dazu noch Flachstellen, Krautformationen in Form von Flutendem Hahnenfuß und mehrere umgefallene Bäume als Hindernisse auftreten. Die drei Wehre sind im Rahmen der Renaturierung ( in den Jahren 2004, 2005 ) verschwunden. Nur eine befahrbare Sohlgleite mit großen Findlingen sorgt noch für eine kurzeitige Anspannung. Weiterhin ist positiv zu vermerken, dass die Osterau auch bei wenig Wasser noch eine gute Fließgeschwindigkeit hat. Und man findet überall leicht erreichbare Uferwiesen zum Rasten. Man findet also auch immer schnell einen Platz um  sich  wieder trockenzulegen,  wenn man im Wasser gelegen hat. Ein unfreiwilliges Bad blieb uns diesmal aber erspart. 
Der Wasserstand am Tag unserer Tour war gerade noch auseichend. Die reine Fahrtzeit für diese Kanutour beträgt aufgrund der vielen Hindernisse und Flachstellen etwa 3 Stunden. Die ersten 2,5 Kilometer der Tour sind für Anfänger nicht geeignet, da die Osterau hier sehr stark mäandert und mit Büschen zugewachsen ist. Ungeübte Paddler sollten die Osterau erst ab Bimöhlen befahren. 

 
Wir definieren den Startpunkt für unsere Tour an der o.a. Brücke mit Tourkilometer 0,0:
       0,0  Km    Einsetzstelle Straßenbrücke Weide-Baste 
                        Wir starten um 11:45 Uhr auf dem etwa 4 Meter breiten, gut fließenden Fluss.
                        Auf den ersten Kilometern mäandert die Osterau sehr stark und man gewöhnt
                        sich an den Zustand, dass man ständig mit dem Kopf durch irgendeinen
                        Busch oder die herabhängenden Äste eines Uferbaumes fährt.
                        Einige knapp unter der Wasseroberfläche liegende Baumstämme versperren
                        die Fahrt. An einigen Stellen roch es nach "totem Fisch", was wir uns nicht
                        ganz erklären konnten.
Urwald an der Osterau
Urwald, kommen wir hier noch durch ?

Osterau .. Baumstamm als Hindernis
Noch ein kleines Hindernis !  Die ganz gemeinen Baumstämme lauern direkt unter der Wasseroberfläche!

       2,5  Km    Eine enge Durchfahrt mit Betonresten auf der rechten Seite signalisiert uns, dass
                        jetzt der wildeste Teil der Osterau hinter uns liegt. Hier kann man rechts gut an
                        einer Sandbank anlanden und auf der Wiese rasten und trocknen (wenn nötig).
       3,5  Km    Hier war bis 2004/2005 noch ein Wehr, das aber durch eine Sohlgleite
                        ersetzt wurde. Die Sohlgleite ist allerdings nur schwer zu erkennen.
                        Wo die Sonne ungehindert auf den Fluss scheint, wächst der Flutende Hahnenfuß.
Osterau: Flutender Hahnenfuß (Ranunculus fluitans)
Flutender Hahnenfuß (Ranunculus fluitans): meistens gibt es einen Weg daran vorbei.

       4,0  Km    Wegebrücke
       4,9  Km    Zwei Holzstämme mit Brettern bilden eine Fußgängerbrücke.
       5,0  Km    Eine Sohlgleite (früher eine Wehr). Auch diese ist schwer zu erkennen.
                        Links am Ufer steht ein großer Findling. Hinter der Sohlgleite befindet sich eine
                        tiefe und etwas breitere Flussstelle. Hier gehen wir rechts an Land und 
                        legen eine Pause ein.                                       Blick vom Rastplatz auf die hier breite und tiefe Osterau
Blick vom Pausenplatz auf die hier breite und tiefe Osterau.

                       Am Ortanfang von Bimöhlen (Häuser auf der rechten Seite) gibt es
                       einige flache Stellen. Dies war schon vor der Renaturierung so. 

       6,4  Km    Straßenbrücke in Bimöhlen mit gut ausgebauter Anlegestelle.
       6,5  Km    Sohlgleite (befahrbar), war früher ein Wehr
Osterau Renaturierung: Sohlgleite mit Findlingen ersetzt ein Wehr
Das alte verfallene Wehr wurde gekonnt ersetzt durch eine Sohlgleite mit großen Findlingen.
                        
       6,8  Km    Autobahnbrücke (bedrückend niedrige Brücke, Durchfahrt linke Seite).
                        Wir mussten unter der Brücke aussteigen, da hier flache Stellen sind.
                        Dahinter auf der rechten Seite Anlegesteg Kanu Abteilung des TSV Bimöhlen.
                        Rasten oder Zelten möchten wir hier aber nicht! Die Lärmbelästigung durch die
                        Autobahn ist doch zu stark. Der Fluss wird hinter der Autobahn deutlich breiter.
                        Von jetzt an fließt die Osterau etwa 300 Meter parallel zur Autobahn durch ein
                        Waldgebiet. Hier kann man ein unglaubliches akustisches Spektakel genießen:
                        durch Echos und Reflexionen der Fahrgeräusche von der Autobahn vermitteln
                        die eigenen Ohren den Eindruck, dass unsichtbare Autos zwischen den Bäumen
                        kreuz und quer durch den Wald jagen. Das hat schon fast etwas von einer
                        Geisterbahn und man zieht zwischendurch auch mal den Kopf ein.
                        Danach fließt die Osterau etwas breiter und etwas langsamer werdend, immer
                        noch von Bäumen gesäumt, aber schon etwas geradliniger, bis nach
                        Bad Bramstedt. 
     12,5  Km    Eisenbahnbrücke (AKN) und Straßenbrücke.
                        
     12,6  Km    Anlegestelle (rechts vor einer hölzernen Fußgängerbrücke)
                        am Freibad in Bad Bramstedt.
                        Hier kommen wir gegen 15:15 Uhr an und setzen aus.

     Copyright © 2006 Wolfgang Glamann